Quartalszahlen
Frankreichs Bankbilanzen enthalten Sprengstoff

Die Geldinstitute des Landes stehen unter schärfster Beobachtung. Und so werden die Quartalszahlen der Institute gespannt erwartet. Ihr starkes Engagement in den Krisenstaaten könnte ihnen zum Verhängnis werden.
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ParisDen Auftakt macht an diesem Donnerstag Branchenführer BNP Paribas, kommende Woche folgen die Nummern zwei und drei, Société Générale (SocGen) und Crédit Agricole (CA). Was den Instituten zu schaffen macht, ist vor allem ihr starkes Engagement in Südeuropa.

Viele Investoren sind misstrauisch, weil sie stärker als andere europäische Banken Bilanzierungsspielräume nutzten, um ihre Griechenland-Anleihen möglichst wenig abzuschreiben. Sie werfen ihnen ungenügende Informationen und mangelnde Transparenz vor. Doch um weitere Abschreibungen werden die Institute nach dem Schuldenschnitt für Griechenland nicht herum kommen.

Das Vertrauen der Anleger in die französischen Geldhäuser, deren wichtigstes Kapital, hat zuletzt sehr gelitten, wie ein Blick auf die Aktienkurse verdeutlicht: Während BNP seit dem 1. Juli mehr als 40 Prozent des Börsenwertes verloren haben, haben CA und SocGen diesen sogar glatt halbiert. Da kann Zentralbankchef Christian Noyer noch so oft beschwören: „Ich garantiere den Bankkunden, dass sie keine Angst um ihre Einlagen haben müssen.“

BNP Paribas hielt zum Abschluss des ersten Halbjahres Griechenland-Anleihen im Wert von vier Milliarden Euro. Bei SocGen, waren es 1,6 Milliarden Euro. Beide Banken haben diese Positionen in den vergangenen Wochen reduziert.

Bei Crédit Agricole (CA) standen in der Halbjahresbilanz für den Posten zwar vergleichsweise geringe 0,3 Milliarden Euro in den Büchern. Das Institut ist allerdings über seine Tochter Emporiki-Bank, die in Griechenland 26,4 Milliarden Euro im Feuer hat, Verwerfungen dort sehr stark ausgesetzt. Sollte eine Rekapitalisierung von Emporiki notwendig werden, müsste CA diese als Haupteigner zu wesentlichen Teilen stemmen.

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Kommentare zu " Quartalszahlen: Frankreichs Bankbilanzen enthalten Sprengstoff"

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  • Ich sehe kein Problem. Retten wir die französischen Banken eben auch noch. Auf uns ist doch Verlass. Oder besser auf die Blödheit unserer Politik. Wir haben es doch.

  • Die deuttschen privaten Banken (Deutsche Bank etc.) stehen tatsächlich sehr gut da. Da aber ein großer Teil der Banken schon immer staatliche, von Parteifreunden und Beamtenmeute kontrollierte Banken sind (Sparkassen und Landesbanken, KfW etc..) und diese auf Politikeranweisung zum "Panikvermeiden" bzw angebl. zur "Bekämpfung böser Spekulanten" Staatsanleihen auch und gerade von Euro-Problemstaaten gekauft haben, sind diese Banken tatsächlich gefährdet. Aber man sollte nicht auf den Politiker-Trick reinfallen - die Probleme "der Banken" stammen von den Staaten.

  • Guten Tag,..... Prima,... mann reiche mir ein Streichholz. Gott strafe Frankreich. Besten Dank

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