Quartalszahlen
Gewinn der BayernLB bricht deutlich ein

Die BayernLB leidet immer noch stark unter ihren vielen Baustellen: Das Ergebnis der Landesbank fiel dramatisch auf 149 Millionen Euro. Probleme gibt es in vielen Bereichen.
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München

Rote Zahlen in Osteuropa und im Kapitalmarktgeschäft sowie eine ungewöhnlich hohe Bankenabgabe haben die BayernLB zu Jahresbeginn ausgebremst. Während die meisten Geldhäuser zuletzt mit Ergebnissprüngen glänzten, fiel der Vorsteuergewinn der BayernLB im ersten Quartal um 70 Prozent auf 149 Millionen Euro, wie Deutschlands zweitgrößte Landesbank am Mittwoch mitteilte.

Im Beihilfeverfahren der EU-Kommission wünscht sich der Vorstand bis zur Sommerpause Klarheit. Brüssel prüft, wie die staatlichen Rettungsgelder, mit denen die BayernLB in der Finanzkrise vor dem Kollaps bewahrt wurde, den Wettbewerb verzerren und ausgeglichen werden müssen. Das könnte zu einem noch radikaleren Umbau des Kreditinstituts führen.

Zu schaffen machen der BayernLB die neuen Bankenabgaben in Ungarn und Deutschland, mit denen die Staaten künftigen Krisen vorsorgen wollen. Im Auftaktquartal wurden hierfür 70 Millionen Euro verbucht. Darin steckt bereits der komplette Jahreswert von 50 Millionen Euro für Ungarn und anteilig 20 Millionen für Deutschland. Im Gesamtjahr rechnen die Münchner hierzulande mit 80 Millionen Euro und sind damit hinter der Hypo Vereinsbank größter Einzelzahler. Selbst die viel finanzstärkere Deutsche Bank muss weniger berappen.

Die Bankenabgabe hat auch der ungarischen BayernLB-Tochter MKB das Ergebnis vermiest. Der Osteuropa-Verlust der BayernLB summierte sich auf 33 Millionen Euro. Ein Ausstieg kommt für die Bayern dennoch kurzfristig nicht in Frage. Das MKB-Ergebnis solle zunächst stabilisiert werden - Richtung null im Gesamtjahr 2011. Erst danach solle es einen Verkauf geben, der dann auch einen besseren Preis verspreche, sagte BayernLB-Finanzchef Stephan Winkelmeier.

Verluste fuhr die Landesbank auch im Kapitalmarktgeschäft ein, das im Vorjahresquartal noch brummte. Hauptgrund waren negative Bewertungseffekte bei Derivaten, mit denen die Bank Geschäfte in fremden Währungen absichert. Winkelmeier betonte, dies seien keine Zocker-Positionen. Vielmehr stünden sie im Zusammenhang mit der politisch gewünschten Reduzierung von Risiken, die häufig auf Dollar oder Pfund abgerechnet werden. Die interne Bad Bank ist im ersten Quartal um 4,5 Milliarden Euro auf 35 Milliarden Euro reduziert worden - etwa die Hälfte der einstigen Größe.

Vor allem riskante US-Wertpapiere und faule Kredite der bereits abgestoßenen Kärntner Bank HGAA hatten der BayernLB in der Finanzkrise fast acht Milliarden Euro Verlust beschert. Seitdem wird die Bank verkleinert und soll sich mehr auf Privat- und Firmenkunden in der Heimat konzentrieren. Allerdings sind diese Bereiche hart umkämpft. Entsprechend fällt die Eigenkapitalrendite mager aus. Im ersten Quartal lag sie bei 6,3 (Vorjahr 6,7) Prozent. Im Gesamtjahr rechnet die BayernLB mit einem Gewinn, der unter dem Vorjahreswert von 885 Millionen Euro vor Steuern liegt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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