Quartalszahlen
Handelsskandal kostet JP Morgan mehr als vier Milliarden Dollar

Fehlspekulationen haben bei JP Morgan ein Loch von 4,4 Milliarden Dollar vor Steuern gerissen. Dennoch bleibt unterm Strich im zweiten Quartal ein Gewinn - dafür fuhr die US-Bank allerdings ihre Risikovorsorge zurück.
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New YorkDie milliardenschweren Fehlspekulationen Londoner Händler haben bei der US-Großbank JP Morgan ein Loch von 4,4 Milliarden Dollar vor Steuern gerissen. Das teilte das Institut am Freitag mit. Trotz dieser Verluste schaffte die Bank im zweiten Quartal einen Nettogewinn von 4,96 Milliarden Dollar - und blieb damit neun Prozent unter dem Niveau des Vorjahreszeitraums (5,43 Milliarden).

Dabei halfen allerdings Sondereffekte: So konnte JP Morgan etwa einen Teil seiner milliardenschweren Risikovorsorge für Kreditausfälle auflösen. Ohne die Buchgewinne wäre das Ergebnis viel stärker eingebrochen.

Das bislang als Musterknabe unter den amerikanischen Geldhäusern geltende Institut hatte im Frühjahr mit hochriskanten Wetten Milliarden in den Sand gesetzt. Zunächst war von einem Schaden von „mindestens“ zwei Milliarden Dollar die Rede gewesen. Unter anderem hatte ein Händler mit dem Spitznamen „der Wal“ gigantische Handelspositionen aufgebaut, die am Ende nicht aufgingen.

Wegen der Handelsverluste musste nun auch das Ergebnis des ersten Quartals um knapp eine halbe Milliarde auf 4,92 Milliarden Dollar nach unten korrigiert werden, wie die Bank mitteilte. Die Kontrollmechanismen seien inzwischen aber deutlich verschärft und die Risiken in betreffenden Portfolien reduziert worden. JP Morgan galt bislang als Hort der Stabilität. Selbst in der Finanzkrise schrieb die Bank gute Gewinne.

Die JP-Morgan-Aktie gab vorbörslich knapp ein Prozent nach.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Quartalszahlen: Handelsskandal kostet JP Morgan mehr als vier Milliarden Dollar"

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  • JPMorgan scheint ein gutes "RISK"-MANAGEMENT zu haben, sonst hätt`s wohl keiner gemerkt.

  • JPYesterday sollte morgen schon die Quittung dafür bekommen, daß sie ihre Schrottpapiere in anderen Landschaft weniger entsorgen kann. Sie sollten für ihre Taten "haften", ergo an den Papieren kleben bleiben, damit nicht eines Tages jemand fragen wird, wo ward ihr gewesen. Tja, leider ist die Welt auch nur Zuschauer und diejenigen, welche uns glauben machen, sie brauchten unsere Stimme, die frage ich mal heute kleinlaut, warum wollt ihr etwas von WählerINnen, das ihr vorgibt zu erfüllen? Wenn es brenzlig wird, gewiß es sind immer die anderen.

    Es wäre und hätte Signalwirkung, daß Bangstars mal die Auswirkungen ihres Handelns und Tuns zu verantworten haben. Ja, ich weiß, die Konstruktion des "freien" globalen Handelns darf man nicht angreifen, sonst riskiert man gleich eine Lektion, vielleicht auch nur Droh(n)gebärden.

    Wir wissen, dadurch werden die Wege und Straßen auch nicht sicher. Was nun ihr Lloyds, wollt ihr immer noch um jeden Preis wetten, dann setzt einmal Signale und hilft denen, die ihr auf dem Gewissen habt, Ländern der 3. Welt, aber bitte ohne Waffen.

  • So schaut es aus.

    Ein zerstörerischer Parasit (genauer gesagt sind es eine Menge von Parasiten ==> Deutsche Bank, Goldman Sachs, JPM, Morgan Stanley, usw.) hat sich im Wirt eingenistet und wird den Wirt bis zu seinem baldigen "Tod" aussaugen.


    Hans-Werner Sinn sollte besser nicht über die Merkel herziehen, sondern den Richtern im Bundesverfassungsgericht mal erklären wie das Spiel tatsächlich funktioniert. Die Richter werden dann sehen, dass die Ausweitung des Rettungsschirms zu einer globalen Katastrophe führen wird.


    Wie sie dann entscheiden....das steht in den Sternen.
    Der erweiterte Rettungsschirm ist aber offensichtlich eine teilweise Enteignung der europäischen Sparer und Steuerzahler zu Gunsten der Investmentbanken.

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