Quartalszahlen: JP Morgan signalisiert düstere Zeiten für US-Banken

Quartalszahlen
JP Morgan signalisiert düstere Zeiten für US-Banken

Die Quartalszahlen von JP Morgan lassen Schlimmes ahnen. Denn selbst der Gewinn der profitabelsten US-Großbank ist im Schlussquartal um mehr als 20 Prozent eingebrochen. Die Konkurrenz dürfte es noch härter treffen.
  • 6

New YorkAmerikas Banken leiden unter der Euroschuldenkrise. Sie hat die Einnahmen aus dem Kapitalmarkt zu Jahresschluss 2011 drastisch einbrechen lassen. Einen ersten Eindruck, wie heftig es die Wall Street getroffen hat, bekamen Anleger heute durch die Zahlen des größten US-Instituts, JP Morgan. Denn selbst die mit Abstand am besten durch die Finanzkrise gekommene Großbank kann sich der harten Realität nicht entziehen.

JP Morgan musste für das vierte Quartal einen Gewinnrückgang um mehr als 20 Prozent auf 3,7 Milliarden Dollar hinnehmen. Während der Gewinn die Erwartungen der Analysten traf, blieben die Einnahmen hinter den Prognosen zurück. Auch Bank-Chef Jamie Dimon bezeichnete dieses Ergebnis als „leicht enttäuschend“. Die Reaktion der Anleger fiel deutlich aus: Zum Handelsstart verlor die Aktie rund drei Prozent.

Im Gesamtjahr 2011 gelang hingegen erwartungsgemäß trotz leicht gefallener Einnahmen ein Rekordgewinn, mit einem Anstieg von neun Prozent auf rund 19 Milliarden Dollar.

Ursächlich für das Gesamtjahresplus dürfte nicht nur das in den ersten drei Quartalen noch einigermaßen starke Geschäft gewesen sein. Ausschlaggebend war eher die verbesserte Zahlungsmoral der Kreditnehmer bei Kreditkarten und Konsumentendarlehen.

So konnten die Banken Risikovorsorgepositionen aus der Vergangenheit auflösen und dem Gewinn zuschlagen. Vor allem Letzteres half auch im vierten Quartal trotz enttäuschender Umsätze die Gewinnerwartungen der Analysten zu erfüllen. „Die Auflösung der Kreditvorsorge war höher als erwartet. Sie sind dahin gekommen, wo sie hinkommen mussten“, sagte Jeffrey Harte, Analyst bei Sandler O’Neill.

Seite 1:

JP Morgan signalisiert düstere Zeiten für US-Banken

Seite 2:

Andere Banken zittern schon

Kommentare zu " Quartalszahlen: JP Morgan signalisiert düstere Zeiten für US-Banken"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Ja, die FED muss sich mehr bemuehen. Fast 4 Mrd. Gewinn sind trotz hoher Bonizahlungen wirklich am unteren Ende der Messlatte. Es wird wirklich Zeit den von Yellen (Stellvertreter von Bernanke und Obama-Liebling und deshalb auf diesem Posten) geforderten negativen Zinssatz auf Sparguthaben einzufuehren. Nicht negativ hinsichtlich Inflation - dies haben wir ja schon. Sondern wirklich einen (-) Minus-Betrag.

  • Wie pervers muss man sein, um bei einem Gewinn von "nur" 3.7 Mrd derart die Tränendrüsen zu drücken und alles schwarz zu malen ?

    Dafür, daß man eigentlich nur so etwas wie "Online-Poker" und ähnliche Zockereien betriebt, ist das doch ein ganz gutes Ergebnis!

  • ..wartet? Es wird sie: eintreten. Dieses Mal sind es keine tausende von analphabetisierten Bauernscharen wie 1789 in Frankreich. Dieses Mal sind es virtuell-numerische Tsunamis, die keine physische Türe benötigen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%