Quartalszahlen
SEB enttäuscht Anleger

Trotz guter Quartalszahlen: Die Anleger der Bank sind nicht überzeugt. Der Kurs der SEB-Aktie sank um rund fünf Prozent - auf den niedrigsten Stand des Jahres.
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StockholmDie schwedische Bank SEB hat trotz guter Quartalszahlen die Anleger nicht überzeugen können: Nach Vorlage des Ergebnisses für das zweite Quartal dieses Jahres sank der Kurs der SEB-Aktie um rund fünf Prozent auf den niedrigsten Stand in diesem Jahr. Grund dafür waren schwächere Zins- und Provisionserträge als erwartet. Das Betriebsergebnis betrug 4,3 Milliarden Kronen (470 Millionen Euro). Im Vorjahr waren es nur 2,7 Milliarden Kronen. Allerdings verbergen sich in dem deutlich höheren Betriebsergebnis allein 643 Millionen Kronen an unerwartet gesicherten Krediten, die zuvor als problematisch angesehen worden waren. Der Zinsertrag stieg zwar gegenüber dem Vorjahreszeitraum um zwölf Prozent auf 4,2 Milliarden Kronen. Gegenüber dem ersten Quartal sank der Ertrag aber um ein Prozent. Die SEB fuhr ihr Engagement in den Euro-Schuldenländern Portugal, Irland, Italien und Griechenland (PIIG) auf 17 Milliarden Kronen herunter. Vor einem Jahr waren es noch 26 Milliarden.

Vor einem Jahr verkaufte die SEB ihr deutsches Privatkundengeschäft an die spanische Großbank Santander. In Deutschland sind die Schweden jetzt nur noch im Firmenkundengeschäft tätig. 60 Prozent ihres Umsatzes macht die SEB auf dem Heimatmarkt. Die drittgrößte Bank Schwedens ist darüberhinaus noch in den baltischen Ländern tätig, wo sie zusammen mit der ebenfalls schwedischen Swedbank Marktführer ist. Erstmals seit der Finanzkrise hat die SEB im Baltikum wieder mehr Kredite vergeben: Bis zum Halbjahr hatte die Bank Kredite über insgesamt 139 Milliarden Kronen an Kunden in Estland, Lettland und Litauen vergeben. Vor einem Jahr waren es noch 400 Millionen Kronen weniger.

Helmut Steuer berichtet für das Handelsblatt aus Skandinavien. Regelmäßig ist er auch in der Ukraine unterwegs.
Helmut Steuer
Handelsblatt / Korrespondent

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