Quartalszahlen Unicredit
„Positive Dynamik“

Der neue Unicredit-Bankchef Jean-Pierre Mustier hat in den ersten 100 Tagen ein erstaunliches Tempo hingelegt. Doch die Quartalszahlen sind durchwachsen, die Investoren warten auf den neuen Strategieplan.

RomGeheimniskrämerei ist angesagt in der Unicredit-Zentrale an der Piazza Gae Aulenti in Mailand. Die Bank hat sich Stillschweigen über Veräußerungen und eine Kapitalerhöhung verordnet bis zum 13. Dezember, wenn der neue Chef Jean-Pierre Mustier den Investoren den neuen Strategieplan vorstellen wird – nicht in Mailand, sondern in London.

Auf den Tag wartet die Finanzwelt mit Spannung, hat doch die HVB-Mutter im vergangenen Jahr rund ein Drittel an Wert verloren. Seit rund 100 Tagen versucht der Franzose Jean-Pierre Mustier als Nachfolger von Federico Ghizzoni an der Spitze der Großbank dem entgegenzusteuern. Ghizzoni hatte den Franzosen erstmals 2011 zu Unicredit geholt. Mustier war bis 2014 Chef des Investmentbanking-Geschäfts. Inzwischen wird im Markt von einer notwendigen Kapitalerhöhung von rund 10 Milliarden Euro gesprochen, bisher ging man von rund fünf Milliarden Euro aus.

Am Donnerstag gab es die Quartalszahlen. Mit einer „positiven Dynamik“, so der dürre Kommentar der Bank. Zwar ist das dritte Quartal 2016 mit einem Nettogewinn von 447 Millionen Euro schlechter ausgefallen als das Vergleichsquartal 2015 mit 507 Millionen Euro (minus 11,8 Prozent), die  Einnahmen stiegen aber auf 5,46 von 5,33 Milliarden Euro. Und die ersten neun Monate liefen besser mit einem Nettogewinn von 1,8 Milliarden Euro, das ist ein Plus von 14,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.  

Besserung ist beim Anteil der notleidenden Kredite in den Büchern abzulesen: Im dritten Quartal lagen sie bei 36,4 Milliarden Euro und sind damit seit Jahresbeginn um acht Prozent gesunken mit einer Deckungsquote von 52,6 Prozent. Und auch bei der Kernkapitalquote sieht es besser aus. Ende September lag sie bei 10,82 Prozent und damit einen halben Punkt höher als drei Monate zuvor. Die Börse quittierte die Zahlen mit einem Sprung nach oben.

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„Positive Dynamik“

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Strategie erst nach Volksabstimmung

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