Radikaler Kahlschlag
Unicredit will ohne Kapitalerhöhung auskommen

Die Unicredit hatte erst vor wenigen Wochen einen schweren Sparkurs mit der Streichung von 18.000 Stellen angekündigt. Der Radikalumbau soll – anders als von Analysten erwartet – ganz ohne Kapitalerhöhung vorangehen.

WienDie derzeit auf Schrumpfkurs fahrende italienische Großbank Unicredit weist Marktgerüchte über eine Kapitalerhöhung zurück. „Wir haben keinerlei Kapitalerhöhung im Visier”, sagte Bankchef Federico Ghizzoni der österreichischen Tageszeitung „Der Standard” (Donnerstagausgabe). Analysten des Instituts Barclays befürchteten, dass die Bank eine Kapitalerhöhung von bis zu sieben Milliarden Euro vornehmen müsse.

Die italienische Bank hatte erst vor wenigen Wochen einen radikalen Kahlschlag angekündigt. Sie streicht mehr als 18.000 Stellen und stellt das Filialnetz der Tochter Bank Austria auf den Prüfstand. Die Verhandlungen über einen Verkauf des Privatkundengeschäftes der österreichischen Bank an die zum US-Fonds Cerberus gehörende Bawag P.S.K. würden nach wie vor laufen. Die Verhandlungen seien sehr komplex, man wolle aber so bald wie möglich zu einem Abschluss kommen, sagte Ghizzoni.

Die Bank Austria selbst hatte angekündigt, dass noch im Dezember eine Entscheidung über die Zukunft des Verluste schreibenden Filialnetzes in Österreich fallen soll. Die Exklusivverhandlungen mit der russischen Alfa Gruppe über den Verkauf der Ukraine-Tochter hofft der UniCredit-Chef ebenfalls bald zu einem Abschluss zu bringen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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