Raiffeisen Bank
Mehr Problemkredite aus Osteuropa

Die österreichische Raiffeisen Bank International (RBI) erwartet mehr Kreditausfälle in Osteuropa. Dort sind die Banken des Alpenstaats stark vertreten. Der Anstieg von Problemkrediten kann den Gewinn belasten.
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Wien Angesichts der mauen Wirtschaftsentwicklung in Teilen Osteuropas erwartet die Raiffeisen Bank International (RBI) in den kommenden Monaten einen erneuten Anstieg von Problemkrediten. Vor allem in Ungarn, aber auch in anderen südosteuropäischen Ländern werde es wieder mehr Ausfälle bei Darlehen geben, teilte das Institut am Mittwoch mit. Im dritten Quartal hatte die RBI dank einer geringeren Vorsorge für solche Problemkredite und eines besseren Handelsergebnisses ihren Gewinn um acht Prozent auf 141 Millionen Euro gesteigert.

"Angesichts der Wirtschaftsaussichten bleibt die Lage in einigen unserer Märkte angespannt", räumte das Institut ein. Für Zentral- und Südosteuropa erwartet die RBI im laufenden Jahr lediglich ein Wirtschaftswachstum von 1,1 und 0,1 Prozent. Mit einer schrittweisen Erholung sei erst in der zweiten Jahreshälfte 2013 zu rechnen.

Für die österreichischen Banken, die seit Jahren stark in Osteuropa vertreten sind, hat die Entwicklung der Problemkredite großen Einfluss auf die Gewinne. Sie müssen in wirtschaftlich schlechten Zeiten tendenziell höhere Vorsorgen für mögliche Ausfälle bilden, die die Ergebnisse schmälern. Zuletzt hatten auch die Konkurrenzinstitute Erste Group und die UniCredit -Tochter Bank Austria von geringeren Vorsorgen für faule Kredite profitiert.

Neben der angespannten Konjunktur machen der RBI hohe Bankenabgaben in Österreich, Ungarn, der Slowakei und Slowenien zu schaffen. Diese dürften im laufenden Jahr auf rund 160 Millionen Euro steigen und 2013 voraussichtlich mindestens 180 Millionen Euro betragen. Zudem erwartet die Bank durch die Übernahme der Polbank im laufenden Jahr leicht steigende Kosten. Im Sommer hatte die RBI das Institut für 605 Millionen Euro von der griechischen EFG Eurobank übernommen und ist damit - gemessen an der Bilanzsumme - zur sechstgrößten Bank in Polen aufgestiegen.

Angesichts dieser durchwachsenen Aussichten tritt die RBI weiter auf die Kostenbremse und verlagert, zusätzlich zum bereits vollzogenen Personalabbau in den vergangenen Jahren, in Österreich und anderen Ländern Beschäftigte an kostengünstigere Standorte.

Weiterhin ein Thema ist auch die bereits seit Monaten im Raum stehende Kapitalerhöhung, die "abhängig von der weiteren Entwicklung der Märkte" eine mögliche Option darstelle, bekräftigte die Bank. Sie überprüfe dafür laufend Höhe und Struktur der Eigenmittel, um "zeitnah und flexibel agieren zu können". Per Ende September stieg die harte Kernkapitalquote (Core Tier 1) auf 10,2 von neun Prozent Ende 2011.

 


Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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