Randal Quarles
Ex-Staatssekretär soll oberster Bankenaufseher werden

Randal Quarles könnte neuer Fed-Vizechef werden. Damit würde er auch die Bankenaufsicht übernehmen. Der ehemalige Finanzsekretär würde auf Daniel Tarullo folgen. Mit seinen Positionen könnte er in der Fed anecken.
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Washington/New YorkIn den USA hat der frühere Finanzstaatssekretär Randal Quarles Medienberichten zufolge gute Karten, Notenbank-Direktor und oberster Bankenaufseher zu werden. Sowohl das „Wall Street Journal“ als auch die Agentur Bloomberg berichteten über Ostern, Quarles werde wahrscheinlich Nachfolger von Daniel Tarullo, der Anfang April als einer der Fed-Vizechefs zurückgetreten war. Reuters erfuhr von mehreren Insidern, dass Finanzminister Steven Mnuchin und der Direktor des Nationalen Wirtschaftsrats, Gary Cohn, jüngst mit Quarles und weiteren Kandidaten über die Neubesetzung des Postens gesprochen haben, zu dessen Aufgabe auch die Bankenaufsicht gehörte. Quarles war unter Ex-Präsident George W. Bush Staatssekretär im Finanzministerium und gilt als Gegner einer Zerschlagung von Großbanken, wie sie Notenbank-Mitglied Neel Kashkari zur Diskussion gestellt hat.

Quarles hat sich seinerseits dafür ausgesprochen, die Geldpolitik an eine Regel zu binden. Damit sollen Anreize für Banken verringert werden, zu große Risiken einzugehen. Mit dieser Position dürfte Quarles in der Federal Reserve anecken, da sich Notenbank-Chefin Janet Yellen mehrfach strikt gegen eine Bindung der Zentralbank an eine Formel ausgesprochen hat.

US-Präsident Donald Trump rückte jüngst von seiner massiven Kritik an Yellen ab und schließt auch eine zweite Amtszeit für die Top-Währungshüterin nicht mehr aus. Der Republikaner strebt eine Abkehr von der strengen Bankenregulierung an. Trump hat per Erlass angeordnet, dass die Wall-Street-Reformen (Dodd-Frank-Gesetz) überprüft werden sollen. Das Gesetzeswerk von 2010 war die zentrale Lehre der USA aus der Finanzkrise.

Damals wurden Banken weltweit mit Hilfe von Steuermilliarden und Liquiditätsgarantien vor dem Kollaps gerettet. Kern der Reform war ein weitgehendes Verbot des Eigenhandels der Banken, die sogenannte Volcker-Regel. Trump hatte im Wahlkampf wiederholt kritisiert, Dodd-Frank gebe der Finanzaufsicht so viel Macht, dass die US-Banken nicht richtig arbeiten und ausreichend Geld verleihen könnten.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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