Rangliste: Übernahmen bereichern Investmentbanken

Rangliste
Übernahmen bereichern Investmentbanken

Die deutschen Konzerne kaufen derzeit für Milliarden Euro im In- und vor allem Ausland zu. Das freut die Investmentbanken, verdienen sie doch an jeder Übernahme mit. Das Handelsblatt listet auf, welches Haus wieviel vom Kuchen abkriegt.

FRANKFURT. Mit der Beratung bei Fusionen und Übernahmen (M & A) werden die Institute 2006 deutlich mehr als 1 Milliarde Dollar verdienen, wenn der M & A-Boom der ersten Wochen anhält. Und genau das erwarten die vom Handelsblatt befragten Investmentbanker der großen Häuser.

Eon/Endesa, Linde/BOC, BASF/Engelhard, VW/Europcar – bislang kommen die Milliardendeals der Großkonzerne Schlag auf Schlag. Wie Finanzdatenanbieter Thomson Financial für das Handelsblatt errechnete, haben die 249 Transaktionen in den ersten gut 50 Tagen des neuen Jahres den Investmentbanken 238 Mill. Dollar an Gebühren eingebracht. Das ist fast ein Viertel der Provisionen, die sie im bisher unerreichten Boomjahr 1999 kassierten. Damals addierten sich die Provisionen auf 1,044 Mrd. Dollar.

An der Spitze der Beraterbanken in Deutschland stehen zurzeit die beiden US-Investmenthäuser JP Morgan und Merrill Lynch, die Deutsche Bank folgt auf Rang drei (siehe Tabelle auf Seite 2). In dem noch jungen Jahr verdrängten sie Goldman Sachs von der Spitze, die das Institut 2005 erreicht hatte. Die Investmentbank rangiert momentan laut Thomson Financial auf Platz zehn.

Herausragender Deal ist die vergangene Woche angekündigte Offerte des Energieversorgers Eon für den spanischen Wettbewerber Endesa. Mit einem Unternehmenswert von rund 56,6 Mrd. Dollar einschließlich der Nettoverschuldung handelt es sich um das größte Übernahmeangebot eines deutschen Unternehmens im Ausland. Es rangiert damit noch vor der Akquisition von Chrysler durch Daimler im Mai 1998. Nur der ein Jahr später angekündigte Kauf von Mannesmann durch Vodafone war mit 103,8 Mrd. Dollar teurer. Im gleichen Jahr betrug der Transaktionswert im M & A-Geschäft laut Thomson Financial knapp 438 Mrd. Dollar; zurzeit sind es über 98 Mrd. Dollar.

Nach Einschätzung der vom Handelsblatt befragten Investmentbanker stehen noch viele Deals mit deutscher Beteiligung bevor. Klaus Diederichs, Europachef im Investment-Banking von JP Morgan, sieht die Stimmung an den Aktienmärkten als sehr positiv für Akquisitionen. „In vielen Fällen steigt der Kurs der Aktie des Konzerns, der ein anderes Unternehmen kaufen will.“ So war das etwa nach der Eon-Ankündigung. Zudem sei der Druck der Aktionäre auf das Management der Unternehmen stärker geworden, sagt Marco Illy, Chef des Investment-Bankings für die Schweiz, Deutschland und Österreich bei Credit Suisse. „Die Mehrheit der deutschen Unternehmen steht mehr denn je vor der Frage, Kapital über Dividendenerhöhungen und Aktienrückkäufe auszuschütten oder es in Akquisitionen zu investieren.“

Angesichts der Situation rechnet Dieter Turowski, Leiter des M & A-Geschäfts bei Morgan Stanley in Deutschland, in diesem Jahr „noch mit mehr großen Transaktionen in zweistelliger Milliardenhöhe“. Allerdings sei die heutige Situation nicht mit der Lage in den Boomjahren 1999/2000 vergleichbar, urteilt Christian Meissner, einer der Europachefs im Investment-Banking von Lehman Brothers. Und mit einer Einstellungswelle sei ebenfalls nicht zu rechnen, dämpft Investmentbanker Illy Hoffnungen.

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