Ranking
So grün ist Ihre Bank

Großbanken und nachhaltiges Handeln passen auf den ersten Blick nicht zusammen. Doch eine Rangliste kürt die 40 „grünsten Banken“. Dabei schafft es nur ein deutsches Geldhaus unter die umweltfreundlichsten Institute.
  • 4

New YorkDie Deutsche Bank rückt auf der Liste der „grünsten Banken der Welt“ vom 15. auf den 7. Rang vor. Der Finanzinformationsdienst Bloomberg stellt zum dritten Mal die Rangliste der 40 umweltfreundlichsten Banken eines Jahres vor. In die Bewertung fließen zwei Punkte ein: Engagement bei Projekten aus dem Bereich sauberer Energien sowie Verbesserungen beim Stromverbrauch und der CO2-Bilanz bei den Banken selbst.

Im Bloomberg-Ranking der „grünsten“ Banken der Welt hat die Schweizer Credit Suisse nach dem 21. Platz für 2011 für das vergangenen Jahr den Sprung auf Platz 5 geschafft. Die dritte große Bank aus dem deutschsprachigen Raum, die UBS aus der Schweiz, kommt nach dem 19. Platz 2011 für das vergangene Jahr auf Rang 15.

Hinter dem Sprung der Credit Suisse steht unter anderem die Tatsache, dass die zweitgrößte Schweizer Bank das Unternehmen SolarCity beim 92 Millionen Dollar schweren Börsengang im Dezember beraten hatte. Das Unternehmen ist nach Marktwert der größte Eigner von Solar-Systemen bei Wohnanlagen. Die Deutsche Bank wiederum beriet die kalifornische SunPower beim 165 Millionen Dollar schweren Kauf von Tenesol aus Frankreich.

Spitzenreiter im Ranking ist die amerikanische Citigroup, die im Vorjahr lediglich auf den vierten Platz gekommen war. Das Unternehmen unterstützte den Bau des kalifornischen Windenergieparks Solano Wind. Mit Hilfe dieses Engagements gelang es der Citigroup, die spanische Banco Santander von Platz eins zu verdrängen. Die spanische Großbank hatte zwei Jahre in Folge das Ranking von Bloomberg News angeführt. In der jüngsten Liste rangiert Santander nur noch auf Rang zwei.

„In den USA wurden im vergangenen Jahr Wind-Projekte massiv vorangetrieben, um sie vor dem Ablauf von Steuervergünstigungen fertigzustellen“, sagte Marshal Salant, Chef für Alternative-Energien-Finanzierungen bei Citigroup, gegenüber Bloomberg. Am 1. Januar wurden die Vergünstigungen vom amerikanischen Kongress um ein Jahr verlängert. Den dritten Rang im Ranking für 2012 sichert sich die US-Bank JP Morgan, Wettbewerber Goldman Sachs liegt auf dem 6. Platz.

Amerikanische Banken profitierten von einer Finanzierungsart, die als „Tax-Equity“ bekannt ist. Diese erlaubt es Investoren, Anteile an den Steuervergünstigungen aufzukaufen, die Windparks zukommen. Im jüngsten Ranking werden diese Investments, die es bereits seit zwei Jahrzehnten in den USA gibt, erstmals berücksichtigt.

Japan wiederum stach vergangenes Jahr damit hervor, dass Reaktoren durch erneuerbaren Energiequellen ersetzt wurden. Ein Jahr zuvor war es in Fukushima zum schlimmsten Nuklearunfall in der Geschichte des Landes gekommen. Die japanische Mitsubishi UFJ geht davon aus, dass die Solarinvestitionen des Landes bis 2016 ein Volumen von bis zu 19 Milliarden Dollar erreichen werden - nach 2,4 Milliarden 2012. Mitsubishi war im Bloomberg-Ranking 2012 der Sprung von Rang 6 auf Rang 4 gelungen. Wettbewerber Sumitomo Mitsui Financial verbesserte sich ebenfalls – von Platz 16 auf Rang 8.

Der größte Sprung im Bereich der erneuerbaren Energien kam im vergangenen Jahr von einem Newcomer. Standard Bank aus Südafrika platzierte sich auf Rang 12, nachdem die Firma ein Jahr zuvor überhaupt nicht in der Liste zu finden war. Die Bank hatte sich dazu bereiterklärt, von der Regierung genehmigte Projekte als Konsortialführer zu unterstützen – darunter unter anderem auch einige Windparks.

Solche Initiativen könnten in Zukunft zum Grundstein für anhaltendes Wachstum bei grünen Projekten werden, während die Initiativen in Europa zurückgefahren werden. In Deutschland etwa wurden die Subventionen für erneuerbare Energien bereits gekürzt.

Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Ranking: So grün ist Ihre Bank"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Deutsche Bank - eine Bank, die mit Lebensmitteln auf Kosten der Armen spekuliert, rückt von Platz 15 (wie immer auch) auf 7 vor. Diese Rankings sind doch eine Seuche der Amis und alle lassen sich infiszieren!!

  • Was ist denn das für ein bescheuertes Ranking? Warum ist eine Bank grün, wenn sie Projekte in Erneuerbare Energien finanziert? Das machen die ja nicht aus Gründen des Umweltschutzes, sondern um Geld zu verdienen. Und es drängt sich der Verdacht auf, dass hier rein nach dem absoluten Volumen gegangen wurde, und nicht nach dem Anteil am Gesamtportfolio. Dass sich dann Citi, Deutsche Bank und co. - also einfach die größten Banken überhaupt - an der Spitze wiederfinden, ist klar - nur dass die Aussagekraft dann gegen Null geht.

    Grün wäre die Sparkasse zu Bredstedt - die ist allerdings durch ihr übergroßes Engagement in grüne Energien zum Sanierungsfall geworden...

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Kommentare sind keine Werbeflächen“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%