Rating-Agenturen setzen Versicherer auf Beobachtungslisten Unipol hält dagegen

Der italienische Versicherer Unipol hat offiziell ein Übernahmeangebot für die einheimische Bank BNL angekündigt und will damit in dem seit Monaten andauernden Übernahmekampf den Konkurrenten, das spanische Kreditinstitut BBVA, aus dem Rennen schlagen.

HB MAILAND. Unipol habe seine BNL-Aktien mit denen mehrerer Partner gebündelt und werde für die restlichen 59 %, die die Gruppe noch nicht kontrolliere, ein Übernahmeangebot in Höhe von 2,70 € je Aktie abgeben, teilte Italiens viertgrößter Versicherer am Montag mit. Die Akquisition könnte Unipol damit bis zu 4,9 Mrd. € kosten.

Die spanische BBVA hingegen, die 15 % an BNL hält, offeriert eigene Aktien im Wert von rund 6,8 Mrd. € (rund 2,65 € je Aktie) für die restlichen BNL-Anteile. Das Angebot für BNL werde sie trotz der Unipol-Offerte nicht ändern, machte BBVA deutlich. Sie wäre die erste ausländische Bank, die ein großes italienisches Kreditinstitut übernimmt. Das BBVA-Angebot läuft noch bis zum 22. Juli, ist bislang indes auf wenig Interesse gestoßen. Wenn sie selbst das Unipol-Angebot akzeptierte, würde BBVA daraus einen Kapitalgewinn von 520 Mill. € erzielen. Unklar war zunächst, wie sich die bislang mit BBVA Verbündeten, wie etwa der Versicherer Generali, letztlich entscheiden werden.

Unipol will die Übernahme mit einer Kapitalerhöhung im Wert von 2,6 Mrd. € und die Aufnahme neuer Schulden in Höhe von 1,2 Mrd. € finanzieren. Außerdem kündigte der Versicherer den Verkauf von Vermögenswerten im Wert von 1,5 Mrd. € in diesem Jahr und 2006 an.

Die Rating-Agenturen Moody's Investors Service und Standard & Poor's setzten Unipol nach der angekündigten BNL-Offerte auf ihre Beobachtungslisten. Beide schlossen eine Abstufung noch vor dem Start des Übernahme-Angebots nicht aus.

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