Ratingagentur Assekurata sieht Talsohle erreicht: Lebensversicherer senken Zinsen erneut

Ratingagentur Assekurata sieht Talsohle erreicht
Lebensversicherer senken Zinsen erneut

Die Lebensversicherer in Deutschland haben für 2005 im dritten Jahr in Folge die Überschussbeteiligungen ihrer Kunden gesenkt. Die durchschnittliche Gesamtverzinsung einer kapitalbildenden Lebensversicherung sank von 4,29 auf 4,22 Prozent.

cd KÖLN. Etwas stärker war der Rückgang bei privaten Rentenversicherungen. Altverträge sind im Schnitt etwas höher verzinst. Dies sind die wichtigsten Ergebnisse einer Studie der Kölner Ratingagentur Assekurata. Befragt wurden 89 Lebensversicherer, von denen 81 antworteten.

Bereits im vergangenen Jahr war die Verzinsung der Policen auf ein historisches Tief gefallen. Die Gesamtverzinsung setzt sich zusammen aus dem Garantiezins und der laufenden Überschussbeteiligung einer Police. Zwar dürfte die Talsohle bei der Verzinsung jetzt erreicht sein, sagte gestern Reiner Will, Geschäftsführer von Assekurata. Aufwärts dürfte es in absehbarer Zeit bei der Durchschnitts-Verzinsung jedoch nicht gehen. „Mit einer kurzfristigen Anhebung der Gewinnbeteiligung rechnen wir nicht“, heißt es bei Assekurata. Nur wenige Gesellschaften wie Barmenia oder Arag hätten die Überschussbeteiligung für 2005 angehoben. Noch im vergangenen Sommer hatten Experten wie der Map-Report steigende Überschussbeteiligungen bei mehreren Gesellschaften vermutet.

Für die Vorsicht vieler Versicherer machte Will unter anderem die Vorbereitungen der Gesellschaften auf die neuen Solvenzrichtlinien verantwortlich. „Viele Unternehmen schauen deshalb auf die Finanzstärke“, sagte Will. Eine Rolle spielten auch die Nachreservierungen für die privaten Rentenversicherungen, die aufgrund der höheren Lebenserwartung der Menschen in Deutschland notwendig geworden sind. Die befragten Unternehmen brauchen im Schnitt vier Prozent der angesparten Kundengelder für die notwendige Anpassung der Rückstellungen für die private Rentenversicherung. Insgesamt betragen die Rückstellungen der Lebensversicherer in Deutschland 511 Mrd. Euro, davon entfällt etwa ein Zehntel auf die Rückstellungen für private Rentenversicherungen.

Der Nachreservierungsbedarf der einzelnen Unternehmen schwankt der Studie zufolge deutlich zwischen null und 27 Prozent der angesparten Kundengelder. Schon 60 Prozent der Lebensversicherer hätten die notwendigen Rückstellungen bis Ende des vergangenen Jahres gebildet.

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