Ratingagentur
Flut und Hagel verteuern Versicherungspolicen

Die Versicherer von Wohngebäuden und Autos dürften bald mehr Prämie von ihren Kunden verlangen. Davon geht die Ratingagentur Standard & Poor’s aus. Der Grund: die hohen Schäden durch die Umweltkatastrophen.
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FrankfurtDie deutschen Schaden- und Unfallversicherer müssen ein hartes Jahr verarbeiten. Die hohe Anzahl an Unwettern in diesem Jahr werde versicherungstechnische Verluste mit sich bringen, erwartet die Ratingagentur Standard & Poor’s. Allerdings dürften die Unternehmen diese Last ganz gut verkraften, wenn sie ihre Prämien erhöhen und mehr Leute sich für Versicherungen gegen spezielle Naturgefahren entscheiden. Deshalb sind die Analysten mittelfristig auch optimistisch gestimmt: „Der positive Trend in der Ertragskraft deutscher Schaden-Unfall-Versicherer sollte sich über die nächsten Jahre fortsetzen.“

Seit 2010 hätten deutsche Sachschaden- und Unfallversicherer ihre versicherungstechnischen Ergebnisse verbessert, stellt die Ratingagentur fest. Sie bezieht sich dabei auf den Vergleich von Kosten und Schäden einerseits und Einnahmen andererseits – Fachleute sprechen hier von der kombinierten Schaden- und Kostenquote. Dies sei vor allem Folge einer verbesserten Schadenabwicklung und, teilweise überfälliger, Prämienerhöhungen. Außerdem sei 2012 ein Jahr mit relativ geringen Schäden aus Naturkatastrophen gewesen.

Die Branche habe ihr Zahlenwerk vor allem deshalb verbessert, weil die Zinsen so niedrig sind. Denn dadurch war eine Erlösquelle früherer Jahre zusammengeschmolzen: Gewinne aus Kapitalanlagen. Manches Unternehmen hat dadurch in früheren Jahren schlechte Zahlen im Kerngeschäft noch ausgeglichen. Nach Angaben des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) verzeichneten deutsche Schaden-Unfallversicherer eine Brutto-Schaden-Kostenquote (Combined Ratio) von 97,0 Prozent für das Jahr 2012 - nach 97,9 Prozent in 2011 und 98,2 Prozent in 2010.

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