Ratingagentur Moody's
Banken droht Herabstufung wegen Libor-Klagen

Ein Bericht der Ratingagentur Moody's warnt vor hohen Kosten durch Rechtsstreitigkeiten für die in die Libor-Affäre verwickelten Banken. Die Kosten könnten die Höhe der Strafzahlungen für die Banken weit übertreffen.
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Frankfurt/BerlinDen in die weltweiten Zins-Manipulationen verwickelten Großbanken droht neuer Ärger: Die Ratingagentur Moody's warnte am Dienstag, möglicherweise würden schlechtere Bonitätsnoten für die betroffenen Institute fällig. Das liege nicht unbedingt an den absehbaren Strafen der Regulierer für die falsch gemeldeten Libor-Zinssätze, schrieben die Experten in einer Studie. Schließlich seien diese für die einzelnen Häuser verkraftbar und gefährdeten deren Kreditwürdigkeit nicht.

Moody's treiben vielmehr die Kosten eventueller Klagen um: "Verluste aus möglichen Rechtsstreitigkeiten über die angeblichen Manipulationen - auch wenn sie unsicher und schwierig zu quantifizieren sind - könnten deutlich höher ausfallen als alle Strafen der Regulierer." Das hätte dann entsprechende Folgen für das Rating, womöglich schon sehr bald.

Seit Monaten ermitteln Behörden weltweit gegen Großbanken, darunter auch die Deutsche Bank, deren neuer Co-Chef Anshu Jain am 28. November im Finanzausschuss des Bundestages Rede und Antwort stehen muss. Den Geldhäusern wird vorgeworfen, zwischen 2005 und 2009 internationale Referenz-Zinssätze wie Libor und Euribor zu ihren Gunsten manipuliert zu haben, um ihre tatsächlichen Refinanzierungskosten zu verschleiern und Handelsgewinne einzustreichen.

Die Untersuchungen konzentrieren sich vor allem auf das Jahr 2008, in dem sich die Finanzkrise zuspitzte. Damals trugen 16 Großbanken zur Libor-Festsetzung bei. Die Zinssätze beruhen auf den - von außen bislang kaum nachprüfbaren - Angaben der Banken zu den von ihnen zu zahlenden Zinsen am Geldmarkt. Das Potenzial für Manipulationen ist daher nach Einschätzung der Ermittler groß. Allein auf dem Libor beruhen Finanztransaktionen im Volumen von schätzungsweise 500 Billionen Euro.

Die britische Bank Barclays hatte als erstes Institut eine Beteiligung an den Manipulationen eingeräumt und dafür fast eine halbe Milliarde Dollar Strafe abgedrückt. Das Top-Management musste gehen. Im Falle der Deutschen Bank läuft schon länger eine Sonderprüfung der deutschen Finanzaufsicht Bafin.

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Schadenersatz-Prozesse drohen

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