Ratingagentur Moody's
Commerzbank und Co zittern vor Herabstufungen

Das Zittern geht jetzt erst richtig los: Staatliche und vom Staat gestützte Banken müssen sich auf schlechtere Bonitätsnoten von der Ratingagentur Moody's gefasst machen.
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London/FrankfurtMoody's zieht mit einer grundlegenden Überprüfung ihrer Ratings für nachrangige Schulden von 177 Instituten in 46 Ländern Konsequenzen aus der bröckelnden Unterstützung von Regierungen für die Banken. Viele Staaten versuchen stattdessen, die Gläubiger bei Bankenpleiten künftig stärker in die Verantwortung zu nehmen als dies in der Finanzkrise geschehen war. Unter den Betroffenen sind allein 17 deutsche Banken mit nachrangigen Verbindlichkeiten - darunter die Landesbanken, aber auch andere systemrelevante Institute -, in Österreich sind es neun.

 Die Überprüfung werde bis zu neun Monate dauern, erklärte Moody's am Montag. Die Bonitätsnoten der staatlich gestützten Banken sollen bei Moody's in Zukunft grundsätzlich auf deren eigener Finanzkraft basieren und die Unterstützung des Staates im Regelfall nicht mehr ins Kalkül ziehen. Das dürfte in vielen Fällen auf eine Herabstufung hinauslaufen. Die Bonitätsnoten für Landesbanken liegen mehrere Ratingstufen über deren eigentlicher Kreditwürdigkeit. Bei der Commerzbank etwa beträgt die Differenz zum „Alleinstellungs-Rating“ wegen der massiven Staatshilfen vier Stufen.

 „In Großbritannien haben wir bereits Konsequenzen gezogen, jetzt schauen wir uns das ganze Bild an“, sagte Alastair Wilson, Chief Credit Officer von Moody's, der Nachrichtenagentur Reuters. Die Folgen für die Ratings vorrangiger Bank-Schulden ließen sich noch nicht abschätzen, erklärte Moody's. Die Haltungen der Regierungen dazu seien noch zu uneinheitlich.

 Die Regierungen in Europa und den USA versuchen derzeit mit einem Bündel von Maßnahmen zu verhindern, dass die Steuerzahler in einer nächsten Finanzkrise erneut zur Rettung von Banken zur Kasse gebeten werden. Eine Maßnahme dazu ist die Einführung von Pflichtwandelanleihen (CoCo-Bonds), die sich beim Unterschreiten bestimmter Kapitalquoten automatisch in Eigenkapital verwandeln - und bei einer Pleite damit für die Investoren verloren wären.

 Die Schweizer Großbank Credit Suisse hat an Montag die Ausgabe solcher Papiere im Volumen von sechs Milliarden Franken angekündigt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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