Ratingagentur Moody's
Daumen runter für die Bremer Landesbank

Die Ratingagentur Moody’s hat ihre Bewertung für die Bremer Landesbank gesenkt. Um gleich vier Stufen wertete sie die Bonität des Finanzinstituts ab. Der Druck auf die NordLB-Tochter nimmt zu.

BerlinAm kommenden Freitag kommt der Aufsichtsrat der Bremer Landesbank zusammen. Es ist ein turnusmäßiges Treffen, das aber im Lichte der jüngsten Entwicklung enorm an Bedeutung gewonnen. Für eine besondere Dramatik sorgt die Einschätzung von Moody’s am Mittwoch. Die Fähigkeit, aus eigener Kraft Verbindlichkeiten zu bedienen respektive eine Insolvenz zu vermeiden („standalone baseline credit assessment”), wurde um vier Stufen von B1 auf Caa2 gesenkt. Danach sind nur bei günstiger Entwicklung keine Ausfälle zu erwarten. Die Bank unterhält allerdings mit Moody’s seit Anfang 2014 keine vertraglichen Beziehungen mehr. Die Bank hat sich bislang nicht zu diesem Ratingurteil geäußert.

Für ihre Einstufung griffen die Bonitätswächter auf allgemein zugängliche Informationsquellen zurück. So erwartet die Bank im laufenden Jahr Einzelwertberichtungen auf Schiffskredite im hohen dreistelligen Millionenbereich. Der daraus resultierende Verlust soll sich im mittleren dreistelligen Millionenbereich bewegen. „Maßnahmen zur Stärkung des Eigenkapitals sind eingeleitet“, berichtete die Bank Anfang Juni 2016. Der Kapitalbedarf soll sich im mittleren dreistelligen Millionenbereich bewegen. „Die Bank braucht ausreichende Kapitalpuffer über den regulatorischen Anforderungen hinaus“, urteilt Moody‘s

Weniger drastisch fällt die Abstufung aus, wenn Moody’s die mögliche Hilfe des Mehrheitsgesellschafters NordLB berücksichtigt und die Einlagensicherung der Sparkassenfinanzgruppe. Da Hilfsmaßnahmen als sehr wahrscheinlich angesehen werden, sinkt die Bonität unter dieser Prämisse um zwei Stufen auf b1. Damit gelten Anlagen bei der BLB als hochspekulativ. Was für eine Landesbank auch nicht gerade ein Qualitätsurteil darstellt.

In Niedersachsen, das Land ist Mehrheitseigner der NordLB, hält man sich mit Vorschlägen zurück. Schließlich hält das Land Bremen seit jeher große Stücke auf die Eigenständigkeit der BLB, an der der Stadtstaat mit 41 Prozent beteiligt ist, die NordLB mit 55 Prozent beteiligt ist. Doch in Finanzkreisen ist die Sache klar. Die Risikotragfähigkeit der Bremer Landesbank lässt sich nur unter einem Konzernschirm sicherstellen. Ähnlich wie die Deutsche Hypothekenbank könnte die BLB eine 100prozentige Tochter der NordLB werden, die einen eigenständigen Markenauftritt hat, aber ansonsten eng an den Konzern angebunden ist. Das Land Bremen wiederum könnte sich dann am Konzern beteiligen.

Moody’s warnt indes vor Geldspritzen des Landes. Auch wenn die finanzielle Lage Bremens dies kaum erlaubt, wäre ein Beihilfeverfahren der EU-Kommission wohl die Folge mit entsprechenden Folgen. Am Schluss könnte die Abwicklung stehen, fürchtet die Ratingagentur.

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