Ratingagentur
S&P muss sich Betrugsverfahren stellen

Die Profitsucht holt S&P ein – zumindest will es so das US-Justizministerium. Denn dieses verklagt die Ratingagentur wegen ihrer Bewertungen von Hypothekenpapieren während der Finanzkrise – und fordert fünf Milliarden.
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Santa AnaDie Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) muss sich vor Gericht für ihre Bewertungen von Hypothekenpapieren verantworten, die in der Finanzkrise um das Jahr 2008 abstürzten. Das US-Justizministerium verlangt in einer Klage fünf Milliarden Dollar. Der Vorwurf: S&P habe Risiken bei den Hypothekenpapieren verschwiegen und aus Profitsucht zu gute Noten verteilt.

Ein Richter in Kalifornien wies am späten Dienstag den Antrag von S&P und deren Mutterfirma McGraw-Hill ab, die Klage des US-Justizministeriums nicht zuzulassen. Richter David Carter entschied, die Regierung habe ihren Standpunkt ausreichend dargelegt, um das Verfahren vorantreiben zu können. US-Bundesstaaten hatten parallel eine ähnliche Klage in New York eingereicht.

S&P ist die führende der drei großen Ratingagenturen, zu denen noch Moody's und Fitch zählen. S&P bestreitet vehement die Vorwürfe: Niemand habe das Ausmaß des Einbruchs am Immobilienmarkt voraussehen können. Das US-Justizministerium hatte seine Klage im Februar eingereicht. Es ist die bislang härteste juristische Attacke auf die Ratingagenturen in den Vereinigten Staaten.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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