Razzia bei der Deutschen Bank
Fitschen stößt mit Anruf bei Bouffier auf Granit

Ein Sprecher des hessischen Ministerpräsidenten hat bestätigt: Deutsche-Bank-Co-Chef Fitschen hat sich telefonisch bei Volker Bouffier über die Großrazzia vergangene Woche beschwert. Doch das Telefonat brachte nichts.
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Nach der Steuerrazzia bei der Deutschen Bank hat sich Konzernchef Jürgen Fitschen nach „Spiegel“-Informationen bei Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) über den massiven Einsatz der Ermittler beschwert. Die Deutsche Bank und Regierungssprecher Michael Bußer bestätigten am Sonntag das Telefonat, ohne über die genauen Inhalte Auskunft zu geben. Bußer sagte in Frankfurt: „Herr Fitschen hat den Ministerpräsidenten angerufen. Der Ministerpräsident hat klargemacht, dass es staatsanwaltschaftliche Ermittlungen sind, in die er sich nicht einmischen könne.“

500 Fahnder hatten am Mittwoch unter anderem die Zentrale des Dax-Konzerns durchsucht. Die Frankfurter Generalstaatsanwaltschaft wirft 25 Mitarbeitern der Bank Steuerhinterziehung, Geldwäsche und versuchte Strafvereitelung im Zusammenhang mit dem millionenschweren Handel mit Luftverschmutzungsrechten (CO2-Zertifikate) vor. Fitschen hatte die Aktion am Tag darauf in einem „Handelsblatt“-Interview als „überzogen“ bezeichnet.

„Meines Erachtens war das Vorgehen der Staatsanwaltschaft überzogen“, sagte er wörtlich. Er wundere sich, dass es überhaupt „zu einem solchen Verfahren kommen konnte.“ Aus seiner Sicht entbehrten die Anschuldigungen der Staatsanwaltschaft jeder Grundlage.

Fitschen wird vorgeworfen, sich mit seiner Unterschrift unter die Umsatzsteuererklärung des Jahres 2009 des besonders schweren Steuerbetrugs schuldig gemacht zu haben. „Ich fühle mich ungerecht behandelt“, so der Co-Chef der Deutschen Bank. Anderseits zeigte sich der Co-Vorstandschef selbstkritisch: Er „bedaure es sehr“, dass die Bank mit den hausinternen Ermittlungen „noch nicht weiter“ gekommen sei.

Tatsächlich musste der Bank spätestens seit der ersten Razzia im April 2010 klar gewesen sein, dass sie sich illegaler Handelsgeschäfte mit Emissionszertifikaten verdächtig gemacht hat. Deshalb sagte Fitschen: „Wenn wir uns anders verhalten können bei der Aufklärung, dann werden wir entsprechende Vorschläge der Staatsanwaltschaft gerne prüfen, um die Effizienz der Zusammenarbeit in beiderseitigem Interesse zu verbessern.“

Mit Blick auf die zahlreichen Skandale, mit denen die Bank in Verbindung gebracht wird, resümierte Fitschen: „Wir müssen mit den Kollegen dafür sorgen, dass die Bank in einem anderen Licht gesehen wird.“

 
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Razzia bei der Deutschen Bank: Fitschen stößt mit Anruf bei Bouffier auf Granit"

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  • Dieser ganzen skrupellosen korrupten Polit-Bankster-Wirtschafts-Mafia kann man nur das Handwerk legen, wenn keiner mehr CDU SPD FDP GRÜNE CSU LINKE wählt!
    Unrechtsbewusstsein gleich NULL!
    Nur wenn man CDU SPD FDP GRÜNE CSU LINKE sofort bei der nächsten Wahl den Garaus macht, kann sich etwas ändern!
    Oder Deutschland und unser Volk hat für immer verloren!
    Begreift es ENDLICH!

    Schon in einer Studie von 2008 der CIA heißt es:
    Der Bürgerkrieg in Deutschland kündigt sich an, wie die totale Finanz- und Warenwirtschaftskrise, DOCH KEINER SIEHT DIE BEDROHUNG! Deutschland werde spätestens im Jahre 2020 in einigen Städten und Stadtteilen nicht mehr regierbar sein. Massenarbeitslosigkeit, Werteverfall, Islamisierung, steigende Steuern und Abgaben, und die vielen anderen Probleme der Deutschen werden sich in einem Bürgerkrieg entladen …

    Da ahnte selbst der amerikanische Geheimdienst noch nicht, wie schnell die Entwicklung im Herzen Europas die Studie überholen sollte. Wo also sollte man nach Einschätzung deutscher Sicherheitsbehörden schon jetzt in Deutschland keinen Cent mehr investieren? Wo sollte man möglichst schnell wegziehen? Wo wird die Polizei die innere Sicherheit nicht mehr dauerhaft gewährleisten können? Lesen Sie, wie Polizeiführer derzeit insgeheim auf die Bekämpfung von schweren Unruhen und auf die Zusammenarbeit mit der Bundeswehr in deutschen Städten vorbereitet werden. Von Internierungslagern bis zu Zwangs- durchsagen im Radio wird derzeit alles vorbereitet. Einige der Polizeiführer sprechen ganz offen über den erwarteten »Bürgerkrieg«, den sie mit allen Mitteln abwehren müssen.

    http://www.webdesign-luene.de/aktuelles/2009/11/29/burgerkrieg-in-deutschland/

    http://derhonigmannsagt.wordpress.com/2011/05/10/burgerkrieg-gefahrengebiete-in-deutschland-karte/

  • @ deltaone
    Ich denke, Ihre Frage ist an mich gerichtet. Es sind, wie geschrieben, solche Altlasten gemeint, die man mit schwarzen Limousinen wegbringen kann. Dass die Türme saniert sind, beruhigt mich ungemein, aber wen meinen Sie mit Anleger?

  • @Andre
    Aber die vielen Arbeitsplätze in Frankfurt wären dann weg und die Umsatzsteuermeldungen würden dann auch nicht mehr beim FA Frankfurt abgegeben werden.

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