Razzia im Infinus-Skandal
Fahnder durchsuchen Zentralen von Ergo und Gothaer

Beweissicherung im Fall Infinus: Dresdner Ermittler haben am Donnerstag die Konzernzentralen der Versicherungskonzerne Gothaer und Ergo durchsucht. Die Unternehmen sind Zeugen, keine Beschuldigte.
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DüsseldorfIm Skandal um die Dresdner Finanzfirma Infinus haben Ermittler am Donnerstag die Konzernzentralen der Versicherer Ergo in Düsseldorf und Gothaer in Köln durchsucht. Wie das Handelsblatt (Freitagausgabe) berichtet, habe die Staatsanwaltschaft Dresden die Durchsuchungen im Rahmen der Infinus-Ermittlungen an mehreren Standorten in Nordrhein-Westfalen bestätigt. Details wollte die Behörde am Nachmittag noch nicht nennen – auch, weil die Aktion zum Teil zu diesem Zeitpunkt noch nicht abgeschlossen war.

Sprecher der beiden Versicherer betonten, dass die Unternehmen in dem Verfahren Zeugen seien, nicht Beschuldigte. Sie erklärten, sie kooperierten vollumfänglich mit den Behörden, die trotzdem teilweise eigens aus Ostdeutschland anreisten, um mögliches Beweismaterial zu sichern.

Bei Ergo sicherten sechs Beamte Beweismaterial. Im Fokus standen Insidern zufolge das Segment Leben und der Maklervertrieb. Intern ist umstritten, wer schuld daran hat, dass jahrelang Warnungen vor millionenschweren Versicherungsgeschäften mit Infinus überhört worden waren.

Das Finanzunternehmen Infinus verdiente Millionen über ein Provisionskarussell. Unternehmen der Gruppe schlossen millionenschwere Lebensversicherungen ab und trugen Mitarbeiter und Angehörige als Inhaber der Policen ein. Gleichzeitig waren die Tochterfirmen Makler des Geschäfts und kassierten dafür eine hohe Provision vom Versicherer, zum Beispiel der Ergo oder der Gothaer.

Massimo Bognanni ist Reporter im Handelsblatt Investigativ-Team.
Massimo Bognanni
Handelsblatt / Reporter im Investigativ-Team

Kommentare zu " Razzia im Infinus-Skandal: Fahnder durchsuchen Zentralen von Ergo und Gothaer"

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  • "Im Fokus standen Insidern zufolge das Segment Leben und der Maklervertrieb. Intern ist umstritten, wer schuld daran hat, dass jahrelang Warnungen vor millionenschweren Versicherungsgeschäften mit Infinus überhört worden waren."

    Wo gingen denn die Warnungen ein und weshalb wurde nichts unternommen?

    Weshalb kommt denn der Bundesfinanzminister seiner Dienstaufsichtspflicht nicht nach?

    Letztlich darf es doch niemanden ernsthaft wundern, wenn solche Exzesse festgestellt werden, wenn eine Finanzaufsicht nicht existent ist. Verfolgt man die Meldungen in den Medien und letztlich sogar das Urteil dwes höchsten Gerichts zur Beteiligung der Lebensversicherten an den Bewertungsreserven, dann kann man den Eindruck gewinnen, dass BAFin und Bundestagsabgeordnete mit im Boot sitzen. Anders kann auch das Lebensversicherungsreformgesetz, dass jüngst beschlossen wurde und beim Bundespräsidenten zur Unterschrift vorliegt, nicht verstanden werden.

    Nach diesem Gesetz soll den Versicherungen frisches Geld der Versicherten in die Taschen der Versicherer fließen.

    Ob der Bundespräsident auch vor diesem Hintergrund das gut heißen und mit seiner Unterschrift bestätigen kann?

    Wir werden sehen, wie weit die Korruption wirklich geht.

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