Reaktionen auf Mitarbeiter-Kritik
Goldman Sachs und die Prostitution in Vegas

Die öffentliche Abrechnung eines Ex-Mitarbeiters mit Goldman Sachs schlägt hohe Wellen. Für die einen ist er ein Held, für die anderen ein Aufschneider. Ihre Freude an der Affäre haben derweil die Comedians. 
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WashingtonEs sind 1271 Wörter  auf der Meinungsseite der „New York Times“, illustriert mit einer Horde Geier, die sich über ein Aas hermachen. 1271 Wörter über die Investmentbank Goldman Sachs, die Politiker auf den Plan riefen, Bank-Experten und den ein oder anderen Komiker.

Die den Börsenwert des Instituts um mehr als zwei Milliarden Dollar rasierten und den Firmenchef zu einer Erklärung zwangen. Der Wirbel um die öffentliche Abrechnung eines scheidenden Goldman-Mitarbeiters mit seinem Ex-Arbeitgeber war am Mittwoch das Thema an der Wall Street.

Greg Smith, ein Derivatehändler aus London, hatte in seinem Pamphlet eine „vergiftete und zerstörerische“ Kultur bei Goldman beklagt. Es gehe nur noch um Profit, so der Autor. „Es macht mich krank, wie kaltschnäuzig die Leute darüber reden, ihre Kunden abzuzocken.“ Früher habe dagegen ausschließlich der Kunde im Vordergrund gestanden, schrieb Smith. Deshalb werde er die Firma nach zwölf Jahren verlassen.

Für manche ist er deshalb ein Held, ein Whistleblower, der die finsteren Machenschaften der schillerndsten Investmentbank der Welt an die Öffentlichkeit bringt. „Wow, du bist wirklich ein Vorbild“, schrieb einer an Smiths Facebook-Pinnwand, ein anderer forderte: „Die Welt braucht mehr Greg Smiths“.

Mit Sympathie reagierten auch Politiker in Washington. Einen „radikalen, starken“ Artikel nannte etwa Paul Volcker Smiths Aufsatz. „Leider ist es ein Geschäft, das zu einer Menge Interessenskonflikten führt“. Der Ex-Chef der US-Notenbank Fed ist einer der prominentesten Befürworter einer strengen Regulierung der Finanzbranche und steht Pate für die so genannte „Volcker-Regel“, die es Investmentbanken wie Goldman verbieten soll, mit eigenem Geld zu spekulieren. 

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  • Danke Abanker, den so sieht es aus! Er hat vllt ausgesorgt aber er hat auch einen dementsprächenden Preis gezahlt: 14h am Tag arbeiten und auf ein eigenes Lebens verzichtet! Es ist kein Zuckerschlecken dort zu arbeiten! natürlich sucht sich das jeder selber aus, doch solche Leute muss es geben!

  • Es ist als Amerikaner einfach unmöglich zu verstaehen wo der Zusammenhang ist zwischen Greg Smith bzw. Goldman und Judentum. Woher dieser Antisemintismus? Wo sind die Argumente im Kontext, Vergleichbarkeit und Proportionen. Haben wir es wieder mit Neid zu tun. Soll ich ganz Deutschland als Judenfeindlich bezeichnen nur weil Idioten auf dieser Seite Ihre Vorurteile nicht vom sachlichen Inhalt trennen können. Ihr glaubt doch nicht, das das Verhalten der HRE, IKB, Deutsche Bank oder sonstige deutsche Finanzunstitut anders ist als bei Goldman oder Lehman. Es waren gerade die ur-deutsche institute wie die LAndesbanken die den größten Schaden verursacht hat. Aber daran waren wieder die Juden schuld - oder? Und das die deutsche Politik das Land mit Liquidität und Kapital überflutet mit Steuergelder - daran sind auch die Juden, oder zu mindestens Friedmann und Co. schuld - oder nicht lieber leser. Sind wir im Jahr 2012 oder 1942 - sei doch mutig wie Greg Smith und nimmt die Schuld auf euch auf - wer hat nicht gerne investiert als alles nach oben ging. Wer wollte sein Vermögen nicht steigern. Und wenn Ihr alle so gut seid, dann geh doch zu Bank & Co, arbeite die 70+ Stunden in der Woche und spende dann dein Vermögen. Nörgeln, Neid, Eifersucht - oh ja das sind tolle Eigenschaften lieber leser, aber daran sind wieder die Juden schuld.

  • Oh welch Wunder! In den Vereinigten Staaten ist man in solchen Fragen neuerdings lernfähig?! Kaum zu glauben. Kaum zu glauben! Gratulation an Smith und auch an die Bewegung Occupy-Wallstreet.

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