Rechtsschutz
Arag will Europa-Geschäft umbauen

Der Versicherer in Familienhand will damit seinem Wachstum im Ausland Rechnung tragen. Vorbild ist ein ganz Großer der Branche.
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DüsseldorfDer Versicherer Arag will seine europäischen Töchter besser organisieren. Es werde überlegt, die europäischen Töchter in Niederlassungen umzuwandeln und unter dem Dach einer Arag SE zu führen, erklärte Arag-Vorstandschef und Hauptaktionär Paul-Otto Faßbender in Düsseldorf. Einen solchen Schritt sind bisher wenige Versicherer in Deutschland gegangen. Vorreiter dafür ist der Branchenführer Allianz, der ebenfalls mit dem Zusatz SE als europäische Aktiengesellschaft firmiert.

In den vergangenen Jahren zehn Jahren sei das Auslandsgeschäft um 90 Prozent gewachsen, sagte Faßbender. Im Kernfeld Rechtsschutz nimmt Arag international mit gut 400 Millionen Euro rund 100 Millionen Euro mehr Prämien ein als national. Dies war vor zehn Jahren umgekehrt.

Insgesamt kommen bereits knapp ein Drittel der Arag-Einnahmen von 1,43 Milliarden Euro aus dem Ausland. Durch diese Entwicklung sei Arag zunehmend aus der Rolle eines mittelständischen Unternehmens herausgewachsen, erklärte Faßbender. Durch eine neue Struktur wolle man nun einen „europäischen Konzern schaffen, dessen Führung und Steuerung genauer auf die Unternehmenswirklichkeit zugeschnitten ist“, sagte er. Es sei wenig zeitgemäß, den Versicherer noch so zu managen, als wäre er ein nur in Deutschland aktiver Rechtsschutzspezialist.

Auch mit Blick auf die ab 2013 geltenden EU-Kapitalregeln Solvency II habe eine Strukturänderung ihren Charme. Denn dann könnten die Eigenmittel im Konzern „wesentlich flexibler im Verbund“ genutzt werden. Es ergebe sich zwar keine Eigenkapitalersparnis, es könne aber zusätzlicher Kapitalbedarf durch die bessere Nutzung des vorhandenen Kapitals vermieden werden. Mit den Aufsichtsbehörden sei dies bereits besprochen worden, sie hielten es für schlüssig und adäquat.  

Auch die Struktur der Beitragseinnahmen zeigt den Wandel des Familienunternehmens. Die Prämien aus der privaten Krankenversicherung haben hierzulande im vergangenen Jahr mit 287 Millionen Euro 2010 bereits fast das Niveau der Sparte Rechtsschutz erreicht. Weitere rund 400 Millionen Euro Prämien erzielen die Bereiche Lebens- und Sachversicherung.

Im vergangenen Jahr war Konzernchef Faßbender vor allem mit der Eigenkapitalrendite zufrieden. Vor Steuern erreichte Arag 23,4 Prozent. Der Jahresüberschuss stieg von 19 auf 46 Millionen Euro.   

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