Referenz-Zinssatz
New Yorker Börse legt künftig Libor fest

Der Börsenbetreiber Nyse Euronext soll das Vertrauen in den skandalerschütterten Interbankenzins Libor wiederherstellen. Britische Behörden hatten einen Ausschuss mit der Wahl eines Unternehmens beauftragt.
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LondonDer Börsenbetreiber Nyse Euronext ist künftig für die Festlegung des von einem Manipulationsskandal erschütterten Interbanken-Zinses Libor zuständig. Der transatlantische Börsenbetreiber werde dafür ein neues Tochterunternehmen gründen, teilte ein unabhängiges Gremium am Dienstag mit.

Der Ausschuss war im Februar von der britischen Regierung und der Finanzaufsicht FCA mit der Suche nach einem Unternehmen beauftragt worden, das den Libor in Zukunft ermittelt. Anfang kommenden Jahres soll Nyse die neue Aufgabe übernehmen. Der britische Bankenverband, der den Libor seit den 80er Jahren festgelegt hat, habe der Empfehlung des Ausschusses zugestimmt. Der Referenz-Zinssatz werde aber weiterhin von den britischen Finanzbehörden reguliert.

Nach einem Bericht des Senders Sky News zahlt Nyse Euronext für die in Verruf gekommene BBA Libor, die den Zinssatz bislang festgelegt hat, die symbolische Summe von einem Pfund. Auch der Finanzdienstleister Thomson Reuters, der die Libor-Daten bislang für den britischen Bankenverband eingesammelt hat, hatte Interesse bekundet. BBA und Thomson Reuters wollten sich dazu nicht äußern.

Die Aufseher tüfteln seit Monaten an Ideen, wie sich die Glaubwürdigkeit des Libor wieder herstellen lässt. Er ist einer der wichtigsten Referenzzinssätze für Hypotheken und andere Kredite. Von ihm hängen weltweit Finanzgeschäfte im Volumen von mehreren Hundert Billionen Dollar ab. Er wird einmal täglich ermittelt und beruhte bislang auf den Angaben der Banken zu ihren Refinanzierungskosten. In der Finanzkrise haben etliche Geldhäuser bei den Angaben getrickst.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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