Rekordjahr für VR Leasinggeschäft boomt

Der Spezialfinanzierer der Genossenschaftsbanken VR Leasing rechnet dank des boomenden Leasing- und Factoringgeschäfts mit einem weiteren Rekordjahr. Aber auch andere Leasinganbieter profitieren derzeit vom Boom in der Branche. Der steigende Wettbewerb könnte allerdings die guten Aussichten trüben.

bas FRANKFURT. „Wir sind auf einem guten Weg zu einem neuen Rekordjahr“, sagte der Vorstandsvorsitzende der VR Leasing, Reinhard Gödel, am Mittwoch in Frankfurt. Es wäre das sechste Rekordjahr in Folge. Im vergangenen Jahr war das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit um knapp 23 Prozent auf gut 70 Mill. Euro gestiegen. Im ersten Quartal steigerte die VR Leasing ihr Neugeschäft um knapp ein Fünftel. In Deutschland kam der nach KGAL und der zur Sparkassengruppe gehörenden Deutschen Leasing drittgrößte Leasinganbieter auf 8,4 Prozent Marktanteil.

Auch andere Leasinganbieter profitieren derzeit vom boomenden Leasinggeschäft. Allerdings kommen mit einem schärferen Wettbewerb die bisher komfortablen Margen zunehmend unter Druck. Die Ratingagentur DBRS erwartet, dass der Druck auf die Margen europaweit anhalten wird und prognostiziert in einer gestern veröffentlichten Studie eine Konsolidierung der Anbieter.

VR-Leasing-Chef Gödel will dem Margendruck zum einen mit einer höheren Standardisierung der Produkte begegnen, die bei kleinvolumigen Finanzierungen, auf die VR Leasing spezialisiert ist, die Kosten senken. So will er die Kostenertragsquote von derzeit 63,4 Prozent „in Richtung 50 Prozent“ drücken. Ein weiterer Weg ist die Expansion ins Ausland wie sie auch die Wettbewerber betreiben. VR Leasing beschränkt sich dabei anders als etwa die Deutsche Leasing auf den europäischen Bereich und Russland, bedient dort aber nicht nur deutsche Unternehmen, sondern tritt als Anbieter für lokale Unternehmen auf. Derzeit erwäge das Institut, nach Italien, in die Türkei und nach Bulgarien zu expandieren, sagte Gödel. Das Auslandsleasingneugeschäft nimmt bereits jetzt mit 1,85 Mrd. Euro einen fast so großen Anteil ein wie das Inlandsleasingneugeschäft mit 2,1 Mrd. Euro und stieg 2006 mit fast 18 Prozent weit stärker als das Inlandsgeschäft mit knapp 10 Prozent. DBRS sieht in seiner Studie vor allem in Mittel- und Osteuropa sowie Skandinavien hohe Wachstumschancen für Leasinganbieter.

Bei allen Umsatzzuwächsen stören die Leasinganbieter dennoch die erwarteten Belastungen durch die Unternehmenssteuerreform in Deutschland. Durch die Reform wird Leasing im Vergleich zu einer Kreditfinanzierung steuerlich schlechter gestellt, weil auf einen Teil der Leasingrate Gewerbesteuer fällig ist. Auch sind Leasingraten nicht mehr steuerlich abzugsfähig. Wenn es durch den Bundesrat keine Änderungen an dem Regelwerk gebe, werde die Branche gegen die Neuerungen klagen, sagte Gödel, der auch Präsident des Deutschen Leasingverbandes ist. Gödel hält die Regelungen für verfassungswidrig.

Den Großteil der Steuermehrbelastungen würden zunächst wohl die Leasinggeber tragen, sagte Gödel. Die Leasingnehmer können jedoch künftig ihre Leasingraten nicht mehr von der Gewerbesteuer absetzen - was die Attraktivität des Finanzierungsinstruments dämpft. Firmen mit kleineren Leasingvolumen haben jedoch einen Freibetrag, in dessen Rahmen dies weiter möglich ist.

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