Rekordkurs an der Börse
Morgan Stanley schlägt Goldman Sachs

Der weltgrößte Wertpapierhändler Morgan Stanley freut sich wohl derzeit am meisten über den Rekordkurs an den Börsen. Die Bank profitierte nun davon, dass der Anleihehandel keine große Rolle in ihrem Geschäft spielt.
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New YorkDie US-Investmentbank Morgan Stanley hat sich im dritten Quartal besser als der größere Erzrivale Goldman Sachs geschlagen. Obwohl auch Morgan Stanley heftige Einbußen im Handel mit festverzinslichen Wertpapieren verkraften musste, glichen ein stärkeres Aktien-Geschäft und die immer wichtiger werdende Vermögensverwaltung dies mehr als aus. Insgesamt legten die Einnahmen der Bank um die Hälfte auf 7,93 Milliarden Dollar zu, wie das Institut am Freitag mitteilte. Das gelang zuletzt kaum einer anderen Bank an der Wall Street.

Mehr noch: Morgan Stanley kehrte zurück in die Gewinnzone und verdiente unter dem Strich 888 Millionen Dollar. Im Jahr zuvor hatte es noch einen Verlust von einer Milliarde Dollar gegeben, der vor allem auf negative Bilanzierungseffekte zurückging. Diese Sonderlasten fielen nun nicht mehr an. Goldman Sachs hatte dagegen am Donnerstag einen Gewinnrückgang um zwei Prozent ausweisen müssen. Ohne den massiven Sparkurs der weltgrößten Investmentbank wäre das Minus noch wesentlich größer ausgefallen.

Am Finanzmarkt kam die Quartalsbilanz von Morgan Stanley gut an, auch weil sie über den durchschnittlichen Erwartungen der Analysten lag: Aktien der Bank legten im vorbörslichen US-Handel um 3,5 Prozent zu. Sie stützten auch den Kurs der Deutschen Bank, deren Aktie sich um ein Prozent verteuerte. Die Frankfurter wollen Ende Oktober ihre Quartalszahlen vorlegen. Auch hier wird mit Bremsspuren im Handel mit festverzinslichen Wertpapieren gerechnet.

Dieses Segment - zu dem auch noch Währungen und Rohstoffe gehören - brach bei Morgan Stanley um 44 Prozent ein. Das entspricht der Größenordnung von Goldman Sachs. Bei der Citigroup ging es um 26 Prozent bergab, bei der Bank of America um 20 Prozent. Am besten konnte sich noch JPMorgan - die größte US-Bank - mit einem Minus von acht Prozent aus der Affäre ziehen.

Viele Investoren hatten sich an der Börse bis Mitte September nicht aus der Deckung gewagt. Die Unsicherheit über den künftigen Kurs der US-Notenbank Fed führte zu einer starken Zurückhaltung der Anleger. Dann entschied die Fed überraschend, den Ausstieg aus der Politik des billigen Geldes doch noch nicht zu wagen. Das erwischte viele Anleger zudem auf dem falschen Fuß.

Morgan Stanley steigerte die Einnahmen im Aktien-Handel um fast ein Drittel. In der Vermögensverwaltung ging es um acht Prozent nach oben. Bankchef James Gorman baut diesen Bereich aus, um weniger abhängig von den starken Schwankungen an der Börse zu sein.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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