Rekordverlust
Britische Co-op-Gruppe büßt für Bankskandal

Nach dem durch Misswirtschaft und eine Drogenaffäre geprägten „Katastrophenjahr“ 2013 fährt die britische Co-op-Gruppe den größten Verlust ihrer Geschichte ein. Nun braucht das Bankgeschäft dringend frisches Kapital.
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LondonGroßbritanniens skandalgeschüttelte Genossenschaftsgruppe Co-operative büßt mit einem Riesenverlust für die Sünden der Vergangenheit. Mit gut drei Milliarden Euro (2,5 Milliarden Pfund) häufte das Traditionsunternehmen nach Angaben vom Donnerstag im vergangenen Jahr seinen bislang höchsten Fehlbetrag an. Grund ist vor allem die Misswirtschaft in dem zusätzlich von einer Drogenaffäre erschütterten Bankgeschäft. Nachdem dort eine gewaltige Kapitallücke bekanntgeworden war, sah sich die Co-op Group gezwungen, 1,5 Milliarden Pfund zuzuschießen. Hinzu kommen immense Wertberichtigungen auf Supermärkte der im Jahr 2009 für 1,6 Milliarden Pfund übernommenen Somerfield-Kette.

„2013 war ein Katastrophenjahr für die Co-operative Group“, das schlimmste in unserer 150-jährigen Geschichte, gestand Interimschef Richard Pennycook. „Die heutigen Ergebnisse zeigen das. Aber sie werfen zugleich ein Licht auf grundlegende Fehler in Management und Unternehmensführung.“ Er kündigte an, die Gruppe durch den notwendigen Reformprozess zu führen. Sein Vorgänger Euan Sutherland war im März zurückgetreten.

Außer Handels- und Kredithäusern betreibt der Verbund Bestattungsinstitute, Apotheken und Versicherungsbüros. Die Achillesferse ist das Bankgeschäft, das an Hedgefonds ging. Denn die Finanzprobleme führten dazu, dass die Gläubiger die Mehrheit der Co-op Bank übernahmen. Deren Verwaltungsratschef Paul Flowers, ein früherer Lokalpolitiker und Methodisten-Prediger, hatte im Juni seinen Hut genommen. Für weitere Schlagzeilen sorgte seine Festnahme wegen des Verdachts auf Drogenbesitz, wofür er sich nun vor Gericht verantworten muss. Die Co-op Bank braucht weitere 400 Millionen Pfund. Die Gruppe erwägt, ob sie sich an zusätzlichen Hilfen beteiligt. Sie müsste allein 120 Millionen Pfund nachlegen, um ihre Beteiligung bei 30 Prozent zu halten.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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