Rettungsplan
So will die Allianz den Euro retten

Die Allianz hat einen Rettungsplan für Griechenland entworfen. Das Modell sei in der Lage, die Verschuldung Griechenlands schnell um 50 Milliarden Euro zu senken. Und auch der Steuerzahler würde erheblich profitieren.
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Frankfurt/Brüssel/MünchenDie Finanzbranche will sich selbst retten. Mit Blick auf einen EU-Sondergipfel zu Griechenland am Donnerstag hat die Allianz, einer der größten Vermögensverwalter der Welt, einen Rettungsplan entworfen und den Verantwortlichen vorgelegt. Private Investoren sollen demnach einen Teil der Kosten schultern - nicht mehr allein die Steuerzahler.

Allianz-Chef Michael Diekmann und Finanzvorstand Paul Achleitner schlagen eine "Public Private Partnership" vor. Dabei würden sich privater und öffentlicher Sektor die Verluste bei einer Entschuldung Griechenlands teilen. Doch zunächst würden nach der Kalkulation der Allianz vor allem die Privaten bluten. "Privatwirtschaft und öffentliche Hand müssen gemeinsam etwas tun, was den Krisenherd in Griechenland eindämmt und Ansteckungsgefahren bannt", sagte Diekmann dem Handelsblatt. Es reiche nicht, die Liquidität Griechenlands aufrechtzuerhalten, begründete der Allianz-Chef seinen Plan.

Da die Finanzbranche Sicherheit braucht, schlägt die Allianz einen abgesicherten Schuldenschnitt vor. Kern des vom Vorstand verabschiedeten Papiers, das dem Handelsblatt vorliegt, ist ein freiwilliges Umtauschangebot für griechische Staatsanleihen. Dabei sollen private Investoren ihre Anleihen in neue Papiere mit einer längeren Laufzeit tauschen und auf 25 Prozent des Nominalwertes verzichten. Die Investoren verlören dadurch zwar viele Milliarden. Anreiz für den Umtausch wäre dennoch gegeben: Denn sie erhielten deutlich mehr, als wenn sie derzeit ihre Papiere am Markt verkauften. Beispiel: Ein Investor tauscht eine Anleihe im Nominalwert von 100 Euro, die derzeit aber nur 60 Euro wert ist, in ein Papier zum Nominalwert von 75 Euro. Und wenn diese neuen Anleihen über den Rettungsschirm EFSF gesichert würden, wäre zudem ihr künftiges Verlustrisiko relativ überschaubar.

Damit dies so ist, schlägt die Allianz in ihrem Modell vor, dass die neuen Anleihen durch einen Kredit des Rettungsfonds für in Finanznot steckende Staaten (EFSF) an Griechenland abgesichert werden. Das Geld aus dem EFSF müsste Griechenland auf ein Treuhandkonto einzahlen. Diese Absicherung hat nach Einschätzung der Allianz zwei Effekte: Zum einen würden die Zinsen die Kosten des Kredits decken, und das Geld diente den Anleihegläubigern im Falle eines Schuldenschnitts als Sicherheit. Zum anderen könnten sich Investoren dank dieser Absicherung mit einer niedrigeren Verzinsung griechischer Staatsanleihen zufriedengeben. Die Allianz rechnet mit Zinsen zwischen fünf und sechs Prozent.

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Kommentare zu " Rettungsplan: So will die Allianz den Euro retten"

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  • Wie gesagt, der Vorschlag ist seit 2 Monaten auf dem Tisch und unsere Politik geht mit schlechtem Beispiel voran und ignoriert ihn. Kein Wunder, daß das Volk verwirrt ist und - wie man hier im Forum sieht - blind der Verwirrung der Politiker folgt.

    Es ist doch leicht zu verstehen, eine Frage an alle Euro-Kritiker:
    Wenn Sie einem Junkie unwissend Geld geliehen haben, er hat sich einen Schuss gessetzt und will wieder clean werden. Sie möchten ihn bitte bitte nicht anzeigt, er könne das psychisch nicht durchhaltenn. Er bietet an gut die Hälfte in ein paar Jahren zurückzuzahlen, der Mann vom Jugendamt steht daneben und garantiert, das die Hälfte zurückkommt, mit Zinsen - zur Not vom Amt.
    Was tun sie dann ? (Recht behalten und anzeigen ? oder warten ?)

    Diese Versicherungen buchen eine recht sichere Verzinsung von 5-6% p.a. in unsere private Altersvorsorge ein, wenn dieser Deal klappt. Das hebt den Garantiezins und sichert unsere Vorsorge etwas besser ab. Plan B ist Inflation, Staatsbankrott, Unruhen, etc. - aber dafür Recht behalten ?

    Griechenland hat eine Zukunft als Energielieferant, in dreissig Jahren ist man dadurch dort evtl. Schuldenfrei. Wer jetzt mit Steinen wirft, sollte sich überlegen, ob er nicht im Glashaus sitzt.

  • Welche Verbesserung für den hiesigen Normalbürger ergibt sich, wenn Griechenland ausgeschlossen werden würde?
    Welche Verbesserung für den hiesigen Normalbürger ergibt sich, wenn der Euro zurückgenommen werden würde zugunsten der vorherigen nationalen Währungen?
    Welche Wettbewerbschancen hätte das (kleine) D gegenüber den Niedriglohn-Wettbewerbsregionen USA (Vereinigte Staaten...), China, Indien, Russland?
    Wohin gehen die Gewinne bei einer Währungsumstellung, wo bleiben sie?
    L'union fait la force!

  • Drei Seiten mit Kommentaren, und nicht ein einziger der deen Vorschlag der Allianz begruesst. Leider auch keine realistischen Alternativen. Leute, bei allem Verstaendnis fuer die Wut in Euren Baeuchen, wir muessen nach vorne schauen.

    Sich weiter in die Tasche zu luegen, und Griechenland vom Schuldenschnitt abzuhalten ist Unsinn. Und ein ungeordneter Bankrott bei dem die Europaeischen Banken eine nach der anderen in einer Ausfalllawine untergehen, bringt uns in eine neue Depression.

    Der Vorschlag der Allianz ist begruessenswert. Er ist (a) finanzierbar (b) reduziert er das Risiko der Griechischen Anleihen, und ermoeglicht Griechenland die Rueckkehr zum Kapitalmarkt. Damit waere endlich ein Ende der Rettungsaktionen abzusehen.

    Wer eine bessere Idee hat, soll sie vortragen, aber das Gemaule sollte endlich einer loesungsorientierten Diskussion weichen.

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