Riesen-Bankenfusion: BNP Paribas greift nach BNL

Riesen-Bankenfusion
BNP Paribas greift nach BNL

Nach den gescheiterten Angriffen der spanischen Bank BBVA und des italienischen Versicherers Unipol will jetzt die französische Großbank BNP Paribas die Banca Nazionale del Lavoro (BNL) übernehmen. Die Übernahme soll jährlich 400 Millionen Euro Synergien bringen.

HB PARIS. Die BNP Paribas will rund neun Milliarden Euro in bar in den Kauf der sechstgrößten Bank Italiens investieren. Mit 13 BNL-Aktionären sei bereits der Kauf von 48 Prozent des BNL-Kapitals für 4,3 Milliarden Euro vereinbart, teilte die BNP Paribas am Samstag in Paris mit. Wenn die italienischen Behörden keine Einwände erhöben, wolle BNP Paribas für die ausstehenden 52 Prozent bieten.

Erst am Freitag hatte die römische Zentralbank eine Übernahme der BNL durch Unipol erneut abgelehnt. Unipol hält bereits 15 Prozent an BNL und bietet diese Anteile jetzt den Franzosen an. Damit kommt die BNP Paribas der spanischen BBVA zuvor, die angeblich eine neue Offerte plante, nachdem ihr erster Versuch vom damaligen Notenbankchef Antonio Fazio vereitelt worden war. BNL hat 17 000 Mitarbeiter in 800 Filialen in Italien.

Die hochprofitable BNP Paribas hat 110 000 Mitarbeiter in 85 Staaten, davon bereits mehr als die Hälfte außerhalb Frankreichs und 3 700 in Italien. Sie will die Übernahme ohne Kredite finanzieren. Eine Kapitalerhöhung soll 5,5 Milliarden Euro und die Ausgabe von Hybrid-Anteilscheinen zwei Milliarden Euro bringen. Der Rest soll aus Bordmitteln kommen.

Schon jetzt ist die BNP Paribas eine der größten Banken Europas. Gemeinsam mit BNL würde der Konzern eine Börsenkapitalisierung von 71 Milliarden Euro und einen Überschuss von 6,3 Milliarden Euro ausweisen. Der Finanzkonzern hätte 127 000 Mitarbeiter, davon 40 Prozent in Frankreich und 15 Prozent in Italien, und wäre führend im Filialgeschäft des Mittelmeerraumes mit 3 500 Filialen von Ägypten und der Türkei bis zum Maghreb und Südeuropa. BNP Paribas will die Marke BNL und den BNL-Sitz Rom erhalten. Stellenstreichungen seien nicht geplant, hieß es.

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