Riskante US-Papiere: HSH Nordbank und UBS legen Streit bei

Riskante US-Papiere
HSH Nordbank und UBS legen Streit bei

Rund eine halbe Milliarde Dollar Schadensersatz wollte die HSH Nordbank ursprünglich von der Schweizer UBS einklagen. Nun legen die Geldhäuser den Streit außergerichtlich bei – zu einem „überschaubaren“ Preis.
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Frankfurt/Zürich/New YorkDie HSH Nordbank legt den Streit mit der Schweizer UBS über Verluste mit riskanten US-Wertpapieren in der Finanzkrise bei. Die Institute hätten sich außergerichtlich verständigt, sagte ein UBS-Sprecher am Dienstag. Finanzkreisen zufolge bezahlt die Schweizer Großbank der HSH einen "überschaubaren" Betrag, um den Fall beizulegen. Zur Höhe der Zahlung wollten sich HSH und UBS nicht äußern.

Die Hamburger Landesbank hatte von der UBS ursprünglich rund 500 Millionen Dollar Schadensersatz gefordert, weil sie sich beim Verkauf verbriefter Hypothekenkredite nicht richtig informiert fühlte. Die UBS habe die Risiken falsch dargestellt und nicht auf interne Interessenkonflikte hingewiesen, lautete der Vorwurf. Als der US-Immobilienmarkt 2008 zusammenbrach, verlor die HSH einen Großteil ihres Einsatzes und musste wegen dieser und anderer Fehlspekulationen vom Staat gerettet werden.

Den Fall - eine der ersten und größten HSH-Klagen in den USA - hatte die Bank erster Instanz gewonnen, in zweiter Instanz jedoch verloren. Die HSH hätte durchaus Mittel und Möglichkeiten gehabt, die Risiken der Anlage bei sorgfältiger Prüfung richtig einzuschätzen, erklärte ein New Yorker Gericht vor einem Jahr.

Der Zusammenbruch des amerikanischen Immobilienmarktes 2008 hat Anlegern weltweit hohe Verluste eingebrockt. Mehrere deutsche Banken und auch die UBS selbst wurden vom Staat gerettet. Viele gestrauchelte Institute haben in der Folge Klagen gegen große Wall-Street-Banken eingereicht. Sie werfen ihnen vor, die Risiken der komplexen Papiere falsch dargestellt zu haben. Außerdem sollen sie Landesbanken Investments in Bereichen empfohlen haben, gegen die sie selbst wetteten.

Mittlerweile hat sich die HSH Nordbank wie alle anderen Landesbanken aus den riskanten US-Geschäften zurückgezogen. Allerdings steht die Hamburger Bank derzeit erneut unter Druck - dieses Mal wegen drohender Kreditausfälle in der Schifffahrt, die seit über vier Jahren in einer tiefen Krise steckt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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