Roger Hartmann
Chef der Liechtensteiner VP Bank tritt zurück

Der Chef der Liechtensteiner Verwaltungs- und Privatbank Roger Hartmann tritt ab. Der Rücktritt kommt überraschend - einen Nachfolger gibt es noch nicht.
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ZürichDer Chef der Liechtensteiner Verwaltungs- und Privatbank, Roger Hartmann, nimmt nach gut zwei Jahren überraschend den Hut. Hartmann habe aus persönlichen Gründen beschlossen, sich neu zu orientieren und werde die Bank in der nächsten Woche verlassen, teilte die VP Bank am Mittwoch mit.

Der 55 Jahre alte Banker war im April 2010 nach dem unerwarteten Abgang seines Vorgängers Adolf Real an die Spitze der drittgrößten Bank des Fürstentums getreten und hatte damit begonnen, das Geldhaus neu aufzustellen. Er wollte vor allem das Wachstum in Asien vorantreiben, wo er selbst lange Jahre gearbeitet hatte. Nach einem Gewinneinbruch im letzten Jahr um fast zwei Drittel auf 6,4 Millionen Franken musste er sich erst einmal mit Kostensenkungen beschäftigen.

Das Verhältnis von Kosten zu Erträgen, das im vergangenen Jahr auf knapp 80 Prozent gestiegen war, soll bis Ende 2013 auf 65 Prozent zurückgeführt werden. Nach Einschätzung des ZKB-Analysten Andreas Venditti dürfte das mit einer Kombination aus Kostensenkungen und Einnahmensteigerung auch gelingen. An der schwächeren Schweizer Börse verlor die VPB-Aktie bei niedrigem Handelsvolumen 2,4 Prozent auf 70 Franken.

Vorerst wird die Bank von Finanzchef Siegbert Näscher und Chief Operating Officer Juerg Sturzenegger gemeinsam geleitet. Wer Hartmann ersetzt, werde zu gegebener Zeit mitgeteilt, erklärte die Bank weiter. Der Verwaltungsrat dankte Hartmann "ausdrücklich für sein wertvolles Engagement". Mitte Juni hatte der Chef des Liechtensteiner Geschäfts, Georg Wohlwend, nach 18 Jahren bei der Bank seinen Rücktritt auf Ende Jahr angekündigt.

Datendiebstähle und Steuerskandale hatten neben der Finanzkrise in den vergangenen Jahren dazu geführt, dass reiche Ausländer ihr Geld von Liechtensteiner Banken abzogen. Im vergangenen Jahr konnte die VP Bank bei reichen Kunden zum ersten Mal seit längerem wieder nennenswert mehr Geld einsammeln als abfloss. Das sogenannte Netto-Neugeld stieg auf eine Milliarde Franken von 100 Millionen im Jahr 2010. Insgesamt verwaltet die Bank für reiche Kunden etwa 27 Milliarden Franken.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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