Rohstoffe
Allianz-Konzern soll auf Nahrungsmittel-Spekulationen verzichten

Hilfsorganisation fordern von dem Finanzkonzern Allianz, nicht mehr an den Börsen auf Nahrungsmittel zu spekulieren. Doch der Konzern kontert: Er lege keine Kundengelder in Agrarrohstoffen an.
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Berlin/MünchenDie Hilfsorganisation Oxfam und das globalisierungskritische Netzwerk Attac haben den Versicherungskonzern Allianz aufgefordert, auf Spekulationen mit Nahrungsmitteln zu verzichten. Aktivisten der beiden Organisationen demonstrierten am Donnerstag in Berlin vor den Allianz Treptowers. Die derzeit hohen Preise für Grundnahrungsmittel wie Mais und Weizen seien ohne den Faktor Spekulation nicht zu erklären. Versichern gehe auch ohne "das Zocken mit Nahrungsmitteln". Ein Sprecher der Allianz in München betonte, der Konzern lege keine Versichertengelder in Agrarrohstoffe an.

Laut einer Oxfam-Studie halten deutsche Finanzinstitute ein Sechstel des weltweit geschätzten Anlagevolumens an Agrarrohstoffmärkten. Den Spitzenplatz mit 6,24 Milliarden Euro nehme die Allianz ein. Der Konzernsprecher erläuterte, Kunden der Allianz-Anlagetochter Pimco hielten rund sechs Milliarden Dollar an Anlagen in Agrarrohstoffen, weil diese inflationsunabhänig seien. Ihr Anteil sei bei einem Gesamtanlage-Volumen von 1,8 Billionen Dollar aber extrem gering.

Oxfam und Attac erklärten, alternative Versicherer wie Oeco Capital und Transparente sowie die konventionelle Versicherung Volkswohlbund verzichteten bereits auf Nahrungsmittelspekulationen. Die Allianz habe nun keine Ausreden mehr.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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