Roland Boekhout wechselt ING-Diba bekommt neuen Chef

Die größte Direktbank in Deutschland bekommt einen neuen Chef. Bei der ING-Diba rückt der Niederländer Nick Jue zum 8. Mai an die Spitze. Sein Vorgänger Roland Boekhout geht zum Mutterkonzern.
Update: 15.03.2017 - 10:53 Uhr Kommentieren
Die Direktbank ist vor allem im Geschäft mit Girokonten, Tages- und Festgeld sowie Baufinanzierungen aktiv. Quelle: dpa
ING-DiBa-Zentrale in Frankfurt

Die Direktbank ist vor allem im Geschäft mit Girokonten, Tages- und Festgeld sowie Baufinanzierungen aktiv.

(Foto: dpa)

FrankfurtDie Direktbank ING-DiBa bekommt nach mehr als sechs Jahren einen neuen Chef. Roland Boekhout, der das Frankfurter Institut seit Oktober 2010 geführt hatte, rückt im Konzern auf und ist bei der Muttergesellschaft ING Groep künftig für das Bankgeschäft auf dem niederländischen Heimatmarkt, in Belgien und Luxemburg zuständig, wie ING-Diba am Mittwoch mitteilte.

Der Nachfolger des 53-Jährigen kommt aus den Niederlanden: Nick Jue soll die Führung der ING-Diba zum 8. Mai übernehmen. Der 51-Jährige arbeitet seit 1993 für die ING, seit 2010 war er Niederlande-Chef des Konzerns.

In Boekhouts Zeit ist die ING-Diba in Deutschland kräftig gewachsen. Sein Erfolgsrezept waren wenige, einfache Produkte. Das Geschäftsvolumen wuchs auf 269 Milliarden von 154 Milliarden Euro, das Ergebnis vor Steuern hat sich auf 1,2 Milliarden Euro mehr als verdoppelt. Der Kundenzustrom stellte die ING-Diba aber vor die Herausforderung, die Einlagen gewinnbringend anzulegen. Unter Boekhout stieg ING-Diba deshalb in größerem Stil in die Unternehmensfinanzierung ein und lenkte auch Kreditgeschäft aus den Niederlanden nach Deutschland um.

ING-Diba machte sich in Deutschland unter anderem mit großen Werbekampagnen einen Namen. Bereits seit 2003 wirbt die Direktbank mit dem in der amerikanischen Topliga NBA spielenden deutschen Basketballstar Dirk Nowitzki. Der Vertrag wurde vor zwei Jahren bis einschließlich 2017 verlängert. Die ING-Diba setzt als Direktbank traditionell ein hohes Marketingbudget im mittleren zweistelligen Millionenbereich ein. Auch dadurch hat es die Bank geschafft, rund 8,8 Millionen Kunden in Deutschland und Österreich zu gewinnen – was für Platz drei unter den deutschen Privatbanken reicht.

So stark bestrafen Banken „Fremdgehen“
Deutsche Bank
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Deutschlands größte Bank betreibt landesweit mehr als 2.000 Geldautomaten. Deutsche-Bank-Kunden kostet das Geldabheben nichts. Wer sein Konto bei einem anderen Geldhaus führt, zahlt an Automaten der Deutschen Bank 3,95 Euro Kundenentgelt.

Postbank
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An den 2.370 Automaten der Postbank zahlen fremde Kunden ebenfalls eine Gebühr von 3,95 Euro.

Stadtsparkasse München
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Wer sich als Commerzbank-, Deutsche-Bank-, Volksbank- oder Kunde einer anderen fremden Bank an einem der 230 Geldautomaten der Stadtsparkasse München Geld ziehen will, wird mit einer Gebühr von 3,95 Euro bestraft.

Sparkasse Hannover
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Teurer wird es in Hannover: An Geldautomaten der Sparkasse Hannover müssen Fremdkunden vier Euro Gebühren hinblättern. Die Bank unterhält in der Stadt und Umgebung 222 Automaten

Frankfurter Sparkasse
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Kunden der Frankfurter Sparkasse können an 209 Geldautomaten in der Stadt und der Umgebung Bares abheben. Alle anderen Kunden zahlen eine Gebühr von 4,50 Euro.

BW Bank
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Zu den zehn Banken, die Fremdkunden mit den höchsten Gebühren fürs Geldabheben belasten, gehört auch die Baden-Württembergische Bank. Wer sein Konto nicht bei den Stuttgartern führt und dennoch einen ihrer 229 Geldautomaten nutzt, zahlt 4,55 Euro.

Hamburger Sparkasse
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Eine weitere Sparkasse langt bei fremden Kunden kräftig zu: Wer einen von 360 Bankautomaten der Hamburger Sparkasse nutzt, zahlt als Kunde einer anderen Bank 4,75 Euro.

Der ING-Diba macht wie allen deutschen Banken das aktuelle Niedrigzinsumfeld zu schaffen, das die Margen sinken lässt. Im vergangenen Jahr senkte sie den Neukundenbonus für den Abschluss eines Girokontos von ursprünglich 100 auf 50 Euro und schränkte die Werbeausgaben erstmals ein. „Wir stehen bei der Werbung von Neukunden etwas auf der Bremse. Wir wollen kein Kundenwachstum um jeden Preis“, sagte Boekhut damals.

Die ING-Diba – 1965 als Gewerkschaftsbank unter dem Namen Bank für Sparanlagen und Vermögensbildung (BSV) gegründet – setzte als eines der ersten Institute auf den Produktvertrieb per Telefon, Fax und später Internet. 1994 firmierte sie in Allgemeine Deutsche Direktbank um, 1998 stieg der niederländische Allfinanzkonzern ING ein. Unter Boekhout setzte die Bank noch stärker auf die Digitalisierung: Der Umbau zur führenden Digitalbank komme gut voran, bilanzierte er 2016. Oft bremsten aber noch gesetzliche Hürden. „Wir würden uns wünschen, dass der Gesetzgeber bei der Digitalisierung von Bankgeschäften vorangehen würde. Alle Bankgeschäfte sollten komplett digital und ohne Schriftformerfordernis abzuschließen sein“, forderte der scheidende ING-Diba-Chef.

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