Roland Boekhout
„Wir bauen ein zweites Standbein“

Die Direktbank ING Diba steht bisher vor allem für das Privatkundengeschäft in Deutschland. Jetzt will sie auch im Segment für Firmenkunden angreifen. Darüber sprach Vorstandschef Roland Boekhout mit Handelsblatt Online.

DüsseldorfHandelsblatt: Die ING-Diba steht bei uns für das Privatkundengeschäft. Bleibt das so?

Roland Boekhout: Ja, das bleibt so. Aber wir sind aktuell auch dabei, ein zweites Standbein aufzubauen. Die ING hat in Deutschland auch ein bislang kaum bekanntes "Commercial Banking". Das gibt es schon lange und es hat ein ziemlich bewegtes Leben gehabt. Am Anfang gab es das Geschäft in Hamburg mit damals über 200 Mitarbeitern, das sich ziemlich gut entwickelt hatte. Dann, nach dem BHF-Kauf ist das Geschäft nach Frankfurt umgezogen…

… und ist dort unter die Räder gekommen …

Es hat sich nicht so entwickelt, wie man sich das damals gedacht hatte. Mit dem Verkauf der BHF Bank und Rationalisierungen nahm die Bedeutung weiter ab, das war eine schmerzhafte Erfahrung. Es dauert dann immer eine Weile, bis man wieder an den Aufbau denkt.

Warum kommt jetzt ein neuer Anlauf?

Weil das Unternehmenskundengeschäft für die ING-Gruppe immer sehr wichtig gewesen ist. Das ist ein internationales Geschäft und wir haben in der Krise gesehen, dass wir dort sehr gut aufgestellt sind. Wir haben da eine Maschine im Keller in Deutschland, die wir bis jetzt nicht richtig auf Touren gebracht haben. Genau das machen wir jetzt.

Welche Unternehmen stehen im Fokus?

Wir konzentrieren uns auf die größeren Unternehmen, zum Beispiel aus dem MDax und Dax.

Das Geschäft mit Firmenkunden wird jetzt also wachgeküsst?

Ja, das könnte man sagen, das könnte man tatsächlich so sagen. Wir machen nichts Neues, aber wir starten jetzt durch.

Stecken auch strategische Überlegungen im Konzern dahinter?

Für die ING-Group ist Deutschland als großer europäischer Wachstumsmarkt natürlich von großer Bedeutung. Deshalb tritt die ING-Diba hier in Zukunft als Universalbank auf. Das ist aber nicht eine Bank, die alles für jeden macht, sondern eine Bank, die mehr als ein Segment bedient. In dieser Definition sind wir jetzt eine Universalbank in dem Sinne, dass wir Großunternehmen und Privatkunden bedienen. Das bringt auch mehr Stabilität in die Bilanz.

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