Royal Bank of Scotland Britische Großbank macht nach einem Jahrzehnt wieder Gewinn

Ein Jahrzehnt lang hatte die RBS rote Zahlen geschrieben. Jetzt vermeldet die angeschlagene Großbank erstmals wieder einen Gewinn.
Update: 23.02.2018 - 11:19 Uhr Kommentieren
Im Jahr 2018 peilte die Bank wieder einen Gewinn an. Nun steht die Schwarze Null schon früher. Quelle: Reuters
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Im Jahr 2018 peilte die Bank wieder einen Gewinn an. Nun steht die Schwarze Null schon früher.

(Foto: Reuters)

LondonGute Nachrichten von der Royal Bank of Scotland: Das britische Geldhaus verdient erstmals seit zehn Jahren wieder Geld. 2017 lag der Gewinn bei 752 Millionen Pfund (umgerechnet 852 Millionen Euro), während Analysten mit einem Verlust von 592 Millionen Pfund gerechnet hatten. Der Ertrag kletterte von 12,6 auf 13,1 Milliarden Pfund. Allerdings ist eine milliardenschwere Einigung mit dem US-Justizministerium noch nicht in den Zahlen enthalten – die letzte große Belastung aus der Zeit der Finanzkrise.

Der Chef der Royal Bank of Scotland, Ross McEwan, nannte den ersten Gewinn seit der Krise einen „symbolischen Moment“. Damit rückt auch der Zeitpunkt näher, an dem die britische Regierung ihren 71-prozentigen Anteil an der Bank verkaufen könnte. Im November hatte die Regierung erklärt, in diesem Jahr einen ersten Schritt zur Privatisierung unternehmen zu wollen.

Doch hängt dies stark von der Geschäftsentwicklung ab. Die Restrukturierung der RBS dauert deutlich länger als bei der Lloyds Banking Group, die in der Finanzkrise ebenfalls vom Staat gerettet worden war. Die Regierung hat ihre Lloyds-Anteile bereits mit Gewinn wieder verkauft.

Die RBS war vor der Krise eine der größten Banken der Welt. Inzwischen ist sie wieder zu einer nationalen Bank geschrumpft, die sich auf das herkömmliche Kreditgeschäft mit Firmen- und Privatkunden konzentriert. In den kommenden zwei Jahren werde man 1,5 Milliarden Pfund investieren, kündigte McEwan an. Rund die Hälfte davon ist für die Digitalisierung vorgesehen. Im Dezember hatte die Bank 259 Filialen geschlossen.

Die Kernkapitalquote stieg im vergangenen Jahr von 13,4 auf 15,9 Prozent. Damit zählt die RBS zu den besser kapitalisierten Banken in Europa. Sie hat jedoch wie andere britische Banken noch mit erheblichen Altlasten zu kämpfen. Im vierten Quartal 2017 legte sie 764 Millionen Pfund für diverse Rechtsstreitigkeiten und Entschädigungsansprüche zurück.

So wird jederzeit mit der Entscheidung des US-Justizministeriums zum Hypothekenskandal gerechnet, die Strafe könnte in die Milliarden gehen und das Ergebnis für 2018 verhageln. Auch für die Kundentäuschung beim Verkauf von Kreditausfallversicherungen hat die RBS weitere 175 Millionen Pfund verbucht.

Damit nicht genug: Auch ihren Umgang mit Firmenkunden muss die RBS dieser Tage erklären. Eine Untersuchung der britischen Finanzaufsicht FCA kommt zu dem Schluss, dass die RBS kleine und mittlere Unternehmen mit drastischen Konditionen „unangemessen“ behandelt habe. Der Finanzausschuss des Unterhauses hatte den FCA-Bericht diese Woche veröffentlicht.

Ein weiteres Risiko ist der Brexit. Die Abschwächung der britischen Konjunktur könnte zudem zu höheren Kreditausfällen führen, warnte die RBS. Wegen der zahlreichen Risiken verlor die RBS-Aktie im frühen Handel an der Londoner Börse mehr als vier Prozent.

Zuletzt hatte die Royal Bank of Scotland mit einer Zahlung von 125 Millionen Dollar einen Streit um Hypothekenpapiere in den USA beigelegt. Eine entsprechende Einigung habe die Bank mit zwei Pensionsfonds erzielt, teilte das Justizministerium Kaliforniens im Dezember mit.

Diese hatten dem Geldhaus vorgeworfen, vor Ausbruch der weltweiten Finanzkrise verbriefte Hypothekenpapiere falsch deklariert und verkauft zu haben. Im Juli 2017 hatte die RBS zur Beilegung eines Rechtstreits um Hypothekenpapiere in den USA 5,5 Milliarden Dollar auf den Tisch legen müssen.

Der britische Staat war in der Finanzkrise 2007 bis 2009 mit 46 Milliarden Pfund bei RBS eingestiegen. Die RBS schreibt seit einem Jahrzehnt rote Zahlen und hatte ursprünglich erst für 2018 wieder mit einem Gewinn geplant.

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