Rückgang um 15 Prozent erwartet
Investmentbanker ziehen sich für 2013 warm an

Die großen Geldhäuser schauen skeptisch auf das Jahr 2013. Mit Anleihen wird sich Geld verdienen lassen, aber wohl nicht so viel wie 2012. Und bei Aktien und Übernahmen ist Flaute angesagt. Das hat verschiedene Gründe.
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FrankfurtEs ist ein dreigeteiltes Bild mit viel Licht, aber auch ganz viel Schatten. Wer die Geschäfte der Investmentbanken in diesem Jahr in Europa betrachtet, der muss schon sehr stark differenzieren. Sehr gut lief das Geschäft mit Anleiheplatzierungen, zufriedenstellend der Bereich Übernahmen und Akquisitionen und – beinahe traditionell – dürftig der Bereich mit Börsengängen.
Bei Anleihen wird sich der insgesamt positive Trend auch im kommenden Jahr fortsetzen, ist sich Martin Wagenknecht von der französischen Großbank Société Générale sicher. „Die Unternehmen gehen weiter weg von der reinen Bankfinanzierung und hin zu den Kapitalmärkten“, prophezeit er. Bei hohen 1,626 Billionen Dollar dürfte das Gesamtvolumen in Europa in diesem Jahr liegen, nächstes Jahr aber darunter.

Das liegt vor allem an den Banken selbst. Die dürften im kommende Jahr weitaus mehr alte Bonds tilgen als neue ausgeben. Um 170 Milliarden Euro sollen die Tilgungen die Neuemissionen übersteigen, rechnet Ulrich Worms von Société Générale.

Bei den Übernahmen lief das Geschäft zwar solide. Holger Bross, Geschäftsführer von Bank of America Merrill Lynch (BoAML) in Deutschland, relativiert die Summe von rund 132 Milliarden Euro in Deutschland dennoch. „17 Milliarden davon kamen aus historischen Transaktionen, die in diesem Jahr abgeschlossen wurden“, sagt er. Als Beispiele nennt er MAN und Scania, die Deutsche Bank und die Postbank oder VW und Porsche. Das Geschäft mit Börsengängen ist hingegen schnell erzählt. Mit dem Mobilfunker Telefonica Deutschland und dem Versicherer Talanx gab es lediglich zwei nennenswerte Emissionen von einer nenneswerten Größe. Der Rest spielte sich weitgehend im übersichtlichen zweistelligen Millionenbereich ab.

Für die Investmentbanken war der Aktienbereich damit die große Enttäuschung in diesem Jahr. Um rund zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr sind die Gebühren auf nur noch 2,2 Mrd. Euro in Deutschland zurückgegangen.
Für das kommende Jahr sind die Aussichten gerade für den Aktienbereich besser, glauben die Experten. Fünf bis sechs nennenswerte Börsengänge sind laut Christian Gärtner von BoAML in der Warteschleife. Für Europa rechnet die Ralf Darpe von der Société Générale damit, dass das Gesamtvolumen von 12 Mrd. Euro in diesem Jahr auf 20 Mrd. Euro steigen wird.

Für die Branche der Investmentbanken bedeutet das nach dem insgesamt soliden Jahr 2012 insgesamt wohl einen Rückgang. „Die Volumina am Anleihemarkt werden insgesamt im kommenden Jahr um 15 Prozent zurückgehen, trotzdem wird es ein gutes Jahr“, sagt Heinz Hilger von BoAML.

 

Anm. d. Redaktion: Die Höhe des Übernahmevolumens in Deutschland wurde korrigiert. Richtig sind 132 Milliarden Euro.

Kommentare zu " Rückgang um 15 Prozent erwartet: Investmentbanker ziehen sich für 2013 warm an"

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  • Einfach mal die Kartenlesegeräte bei der Eingangskontrolle in die Banken manipulieren dann hat man wenigstens für ein paar Tage Ruhe vor denen.Etwas Unruhe stiften halt:-))

  • Könnte sich die Karikatur auf Investmentbanker beziehen? Wenn die Kurse nicht so wollen wie geplant?

    Die USA rühren nicht umsonst im Nahen und Mittleren Osten herum und machen die ganze Welt verrückt. Das US-Öl geht rapide zur Neige und China hat sich im Niedergang auch noch die meisten geostrategischen Reserven gesichert.

    Die unausgesprochene Drohung der USA gegen China war, führt Ihr Krieg, versiegt für Euch das Öl. - Und die ist Geschichte.

    "Der Krieg kommt auf uns zu!"

    "Der Krieg ist nicht weit; er ist der Geburtshelfer für das chinesische Jahrhundert!" ehem. chinesischer Verteidigungsminister und Vorsitzender der chinesischen Militärkommission Chi Haotian 2005

    Die Militärausgaben der KPCh sind mit der Explosion der Volkswirtschaft stetig im zweistelligen Bereich gestiegen, angepaßt ans Bruttosozialprodukt quasi.
    Und die Kriegsbereitschaft der Bevölkerung ist auch wiederholt getestet worden.

    Untergehende Reiche sind unberechenbar, weil die Machthaber in ihrer Verzweiflung zu Kurzschlußhandlungen neigen. Ein atomarer Überraschungsangriff liegt im Bereich des Möglichen. Ist wie an der Börse, wenn die Verluste sich plötzlich türmen. Angst beherrscht das Handeln. Das Schicksal ist besiegelt. besser, die Strippenzieher sehen ein, daß das Spiel vorbei ist.

    2013 wird, sofern das Maya-Syndrom nicht in die selbsterfüllende Prophezeihung mündet, kein Jahr für Investmentbanker und Aktionäre.
    Und daß der Maya-Kalender im Denken der US-Administration eine starke Rolle spielt, zeigt die Tatsache, daß sie sich gezwungen sah, auf ihrer Homepage den Weltuntergang als Spinnerei abzutun. - Der Weltuntergang ist allgegenwärtig in den Köpfen.

    Die Karten werden neu gemischt werden, weltpolitisch, monetär, materiell. Staaten, die keine Vorsorge getroffen haben, immer weiter voran wollten, anstatt autark zu werden, scheitern.
    Die EU bricht auseinander und die Machthaber werden verfolgt werden. Sie können nirgends hin, denn Putin haßt Brüssel.

  • "Die großen Geldhäuser schauen skeptisch auf das Jahr 2013. Mit Anleihen wird sich Geld verdienen lassen...."

    Hahahaha...Aber nicht mit Anleihen deren Rückkauf à la Griechenland-Abschlag abgehandelt wird.....und was der eine darf mit breiter Unterstützung, wird auch der andere Schuldner für sich einfordern...

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