Rückläufige Einnahmen
Wells Fargo enttäuscht die Anleger mit Milliardengewinn

Wells Fargo steigert seinen Gewinn nur leicht auf 5,4 Milliarden Dollar, dabei bügeln Kostensenkungen den Einbruch im Hypothekengeschäft aus. Jetzt werden die Zahlen der anderen US-Banken mit großer Spannung erwartet.
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San FranciscoDer Auftakt der Bilanzsaison der großen US-Banken fällt verhalten aus. Als erstes Institut präsentierte der größte amerikanische Hypothekenfinanzierer Wells Fargo am Freitag zwar einen Gewinnanstieg um drei Prozent auf 5,4 Milliarden Dollar. Das war aber vor allem dem Sparkurs geschuldet, den die Bank seit einiger Zeit fährt. Die Einnahmen waren dagegen rückläufig. Vorstandschef John Stumpf zeigte sich dennoch zufrieden. Die Wirtschaft sei klar auf Erholungskurs und die Kreditqualität verbessere sich. Deshalb könnten weitere Rückstellungen aufgelöst werden.

An der Börse zog das nicht so richtig. Die Wells-Fargo-Aktie büßte in den ersten Handelsminuten in New York über ein Prozent ein.

Normalerweise legt die größte US-Bank JP Morgan als erstes ihre Quartalszahlen vor. Sie folgt dieses Mal erst am Dienstag. Auch die Ergebnisse von Bank of America, Citigroup und Goldman Sachs stehen in der kommenden Woche an. Während sich die Rivalen stark auf das schwankungsanfällige Investmentbanking fokussieren, steuerte Wells Fargo mit einem starken Privatkundengeschäft vergleichsweise gut durch die Finanzkrise. Inzwischen ist das im kalifornischen San Francisco ansässige Institut, weit weg von der Wall Street, die Nummer vier auf dem heimischen Markt.

Das Wachstum kam in den vergangenen Jahren vornehmlich aus dem Geschäft mit Immobilienkrediten. Doch das Frühjahrsgeschäft verlief schwächer als erwartet. Insgesamt reichte Wells Fargo im zweiten Quartal Hypotheken im Volumen von nur noch 47 Milliarden Dollar aus, vor einem Jahr waren es noch 112 Milliarden. Ein Ende des Booms zeichnete sich schon länger ab, auch bei der Konkurrenz. Denn viele Familien haben die rekordniedrigen Zinsen frühzeitig genutzt, um alte Kredite zu refinanzieren oder sich ein neues Haus zu leisten. Längst wird in den USA offen über ein Ende der Niedrigzinsen und der ultralockeren Geldpolitik debattiert.

Darüber, wie das Investmentbanking in den Frühjahrsmonaten gelaufen ist, dürfte vor allem JP Morgan am Dienstag Aufschluss geben. Die Zinsflaute sorgt nun schon seit mehreren Quartalen in Folge bei allen Geldhäusern für enttäuschende Geschäfte im Handel mit festverzinslichen Wertpapieren, der auch für die Deutsche Bank wichtig ist. Der hiesige Branchenprimus hatte bereits Anfang Juni vor zu hohen Erwartungen im Kerngeschäft im zweiten Quartal gewarnt. Die Zwischenbilanz wird am 29. Juli erwartet.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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