Rückversicherer
Hannover Rück sorgt für positive Überraschung

Selbst die schlimmsten Naturkatastrophen konnten die Hannover Rück nicht aufhalten: Der weltweit drittgrößte Rückversicherer legte einen Rekordgewinn vor. Das ist für die Anleger aber nicht der einzige Grund zur Freude.
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HannoverUngewöhnlich hohe Belastungen aus Naturkatastrophen haben die Hannover Rück nicht aufhalten können: Der weltweit drittgrößte Rückversicherer erzielte im vorigen Jahr überraschend einen Rekordgewinn von 748,9 Millionen Euro. Sondereffekte durch steuerliche Vorteile, ein deutlich gestiegenes Kapitalanlageergebnis sowie eine glimpfliche Hurrikan-Saison halfen dem norddeutschen Konzern. Die Dividende für 2010 soll nun auf 2,30 Euro je Aktie klettern, wie Vorstandschef Ulrich Wallin am Mittwoch sagte. Das sind 20 Cent mehr als im Jahr zuvor.

Die Hannover Rück lag mit ihrem Überschuss klar über den Markterwartungen. Denn von Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt nur mit 720 Millionen Euro gerechnet. Kapitalanlagen sorgten für ein um 12,4 Prozent gestiegenes Ergebnis von 1,25 Milliarden Euro. Die Hannover Rück realisierte dabei unter anderem Gewinne aus hochbewerteten Anleihen. Insgesamt lag die Kapitalrendite bei rund vier Prozent und damit höher als zunächst erwartet, obwohl die Niedersachsen bei Aktienanlagen sehr zögerlich sind. Die Aktienquote von gut zwei Prozent ist im Vergleich mit anderen Versicherern sehr niedrig. Positiv wirkte sich mit 112 Millionen Euro ein Urteil des Bundesfinanzhofes in einem langjährigen Steuerstreit aus.

„Mit einem Nachsteuerergebnis von 748,9 Millionen Euro konnten wir unser Rekordergebnis von 2009 nochmals übertreffen“, erklärte der Vorstandsvorsitzende Ulrich Wallin erfreut vor Journalisten in Hannover. Die Eigenkapitalrendite erreichte 18,2 Prozent. Das ist nach den Recherchen der Hannoveraner bisher der beste Wert unter den großen weltweit tätigen Rückversicherern in diesem Jahr. Ziel war eine Quote von mehr als 15 Prozent. Die gebuchte Bruttoprämie erhöhte sich noch einmal deutlich um 11,2 Prozent auf 11,4 Milliarden Euro.

Im Vorjahr 2009 hatte der drittgrößte Rückversicherer sogar 22,4 Prozent Eigenkapitalrendite erreicht. 2010 erhöhte sich jedoch die Kapitalbasis in der Quote wesentlich deutlicher als der Gewinn, weil das Eigenkapital um mehr als 21,4 Prozent auf 4,5 Milliarden Euro stieg. Das gesamte haftende Kapital einschließlich der Anteile der Minderheitsaktionäre und des Hybridkapitals erhöhte sich um 24,3 Prozent auf 7,0 Milliarden Euro.

Die großen Konkurrenten, Marktführer Munich Re und der Branchenzweite Swiss Re, erreichten mit 10,6 Prozent und 3,6 Prozent wesentlich schwächere Eigenkapitalrenditen. Ein Tick schlechter als die Hannoveraner war im vergangenen Jahr den Angaben zufolge Renaissance Re mit 18,1 Prozent. Im Fünfjahresdurchschnitt liegt die Hannover Rück ebenfalls mit 15,7 Prozent deutlich vor den Münchnern und den Schweizern, die hier auf 11,5 Prozent und 6,5 Prozent Eigenkapitalrendite kommen.

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