Russische Unternehmen und die Ukrainekrise
VTB-Bank leidet unter westlichen Sanktionen

Westliche Handelsblockaden und Verbote für Finanztransaktionen treffen speziell russische Banken, denen seit Ausbruch der Ukrainekrise der Zugang zu den Finanzmärkten versperrt ist. Die VTB-Bank muss nun bluten.
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MoskauDer russischen Großbank VTB machen die Sanktionen des Westens und die heimische Wirtschaftskrise immer stärker zu schaffen. VTB schrieb 2014 den Angaben vom Freitag zufolge insgesamt zwar noch schwarze Zahlen, doch im letzten Vierteljahr dürfte ein Minus angefallen sein. Das wäre der erste Quartalsverlust seit 2009. In Russland erschwert der auch durch den Ölpreisverfall ausgelöste Konjunkturabschwung vielen Bankkunden die Rückzahlung von Verbindlichkeiten.

Dieser Anstieg fauler Kredite zwang VTB zu einer höheren Risikovorsorge. Das habe die Gewinne geschmälert, hieß es weiter. Das Geldhaus wies für die ersten neun Monate 2014 einen Gewinn von umgerechnet rund 83 Millionen Euro (5,4 Milliarden Rubel) aus, für das Gesamtjahr aber nur noch von rund 12 Millionen Euro (800 Millionen Rubel). Das ergibt einen Fehlbetrag von rund 71 Millionen Euro (4,6 Milliarden Rubel) im letzten Vierteljahr. Durch die im Ukraine-Konflikt verhängten Sanktionen gegen Russland ist der Zugang der Banken wie auch des VTB-Rivalen Sberbank zum internationalen Finanzmarkt beschränkt. VTB wurde bereits mit Kapitalspritzen des Staates versorgt.

Sollte die Notenbank die Leitzinsen so hoch belassen wie bisher, drohten VTB im laufenden Jahr deutliche Verluste, warnte Finanzvorstand Herbert Moos. Die Zentralbank kappte am Freitag allerdings den Leitins auf 14 von zuvor 15 Prozent. Sie hatte bisher versucht, mit hohen Zinsen den Wertverfall des Rubel zu stoppen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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