Sal-Oppenheim-Bankiers
Verteidiger fordert Freispruch

Freispruch gegen dreieinhalb Jahre Haftstrafe. Im Prozess um den damaligen Bankier Friedrich Carl Janssen gehen die Forderungen von Anwalt und Staatsanwalt weit auseinander. Welches Urteil im Juli gefällt werden könnte.
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KölnIm Strafprozess um den Niedergang des Bankhauses Sal. Oppenheim hat die Verteidigung des früheren persönlich haftenden Gesellschafters Friedrich Carl Janssen einen Freispruch gefordert. Ihrem Mandanten sei ein strafrechtlich relevantes Fehlverhalten nicht vorzuwerfen, betonten Janssens Anwälte am Donnerstag zum Abschluss ihres Plädoyers vor dem Landgericht Köln. Sie stellten deshalb den Antrag, Janssen freizusprechen. Die Staatsanwaltschaft hatte dagegen eine Haftstrafe von drei Jahren und sechs Monaten für Janssen gefordert. Sie warf ihm schwere Untreue in zwei Fällen vor – wie auch drei anderen Mitgliedern der ehemaligen Führungsspitze der Bank.

Die Staatsanwaltschaft verlangt für die vier ehemaligen Bankiers wegen schwerer Untreue in zwei Fällen Gefängnisstrafen zwischen drei Jahren und sechs Monaten sowie zwei Jahren und acht Monaten. Sie hätten einen Schaden von insgesamt mehr als 100 Millionen Euro für das Bankhaus verursacht - unter anderem mit einem Engagement beim späteren Pleite-Konzern Arcandor, bei dem Janssen auch Aufsichtsratschef war. Zudem geht es in dem Prozess um eine umstrittene Immobilien-Transaktion in Frankfurt. Als Arcandor im Frühjahr 2009 zusammenbrach, geriet auch Sal. Oppenheim in Schwierigkeiten. Die Privatbank wurde letztlich von der Deutschen Bank aufgefangen.

Janssen habe dem Bankhaus – anders als von der Anklage behauptet – nicht vorsätzlich geschadet sondern sich sogar für die Interessen der Privatbank eingesetzt, begründeten seine Anwälte ihre Forderungen nach einem Freispruch. Die ebenfalls angeklagten Bankiers Matthias Graf von Krockow und Christopher von Oppenheim räumten dagegen Fehlverhalten ein. Die Verteidiger hatten in ihren Plädoyers das Gericht aufgefordert, keine Haftstrafen gegen ihre Mandanten zu verhängen.

In dem Prozess stehen noch die Plädoyers für den Ex-Bankier Dieter Pfundt sowie für den ebenfalls angeklagten Immobilienunternehmer Josef Esch aus. Richterin Sabine Grobecker sagte am Donnerstag, aufgrund des Umfangs der Vorträge der Verteidiger werde sich der Prozess wahrscheinlich über den Juni hinaus ziehen. Ein Urteil könnte damit voraussichtlich im Juli verkündet werden.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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