Sanktionsbruch
Milliardenstrafe für BNP Paribas steigt immer weiter

Die Strafe für unerlaubte Geschäfte der BNP Paribas schwillt immer weiter an. Nun soll sie bereits fünf Milliarden Dollar betragen. Die französische Großbank soll mit international sanktionierten Ländern gehandelt haben.
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Die US-Behörden wollen eine Geldstrafe von mehr als 5 Mrd. Dollar (3,65 Mrd. Euro) gegen BNP Paribas durchsetzen, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg von einer mit den Plänen vertrauten Person erfuhr. Der Bank wird vorgeworfen, dass sie Geschäfte mit Ländern gemacht hat, die eigentlich mit Sanktionen belegt sind, wie Iran oder Sudan.

Die Verhandlungen laufen weiter, sodass sich die endgültige Summe noch ändern kann, erklärte die informierte Person weiter. Sollten sich die Behörden aber mit den 5 Mrd. durchsetzen, wäre das die bislang höchste Geldbuße für einen Sanktionsbruch.

Die mögliche Strafe ist immer weiter gestiegen und übertrifft nun bei weitem die 2,6 Mrd. Dollar, die die Credit Suisse wegen der Beihilfe zur Steuerhinterziehung von US- Bürgern zahlen muss. Erst in der vergangenen Woche war noch eine Buße von mindestens 3,5 Mrd. Dollar für BNP im Gespräch gewesen, wie vier mit dem Fall vertraute Personen gegenüber Bloomberg erklärt hatten.

Wie bei Credit Suisse fordert die US-Staatsanwaltschaft auch von BNP ein Schuldeingeständnis. Im vergangenen Monat hatte die französische Bank erklärt, dass sie voraussichtlich mehr als die zurückgelegten 1,1 Mrd. Dollar benötigen werde, um den Fall beizulegen.

Eine Einigung könnte bereits im nächsten Monat bekannt gegeben werden, hieß es. Geleitet werden die Verhandlungen von dem New Yorker Staatsanwalt Preet Bharara, der bereits JP Morgan eine Strafe von 1,7 Mrd. Dollar - zusätzlich zur zivilrechtlichen Strafe - aufgebrummt hatte. Der US-Bank war es nicht gelungen, das Schneeballsystem von Bernard Madoff aufzudecken und zu stoppen. Bharara bemüht sich schon längere Zeit darum, eine scharfe Strafe wegen Sanktionsbruch zu verhängen, erklärte eine weitere mit den Plänen vertraute Person.

Der US-Staatsanwalt missbilligt das Verhalten von BNP und hält frühere Bußen in vergleichbaren Fällen für zu wohlwollend, hieß es. Konkret geht es dabei um den Bruch von Sanktionen gegen Staaten, denen vorgeworfen wird, terroristische Aktivitäten zu unterstützen. Sprecher von Justizministerium, BNP Paribas und Bharara wollten zu den Informationen nicht Stellung beziehen.

Die Aktie von BNP Paribas verlor am Mittwoch im Pariser Handel bis zu 3,1 Prozent auf 50,10 Euro.

Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur

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  • Wenn ich mir überlege wie man Siemens behandelt hat und die französischen Konkurrenten machten einen auf Unschuld vom Lande. Bei denen sollte man in Afrika mal nachsehen anstatt deutsche Soldaten dahin zu schicken um aufzuräumen. Da stehen in Paris und Region schöne Schlösser und die gehören nicht alle Franzosen.

  • Wassertrinken predigen... selber Champagner saufen = das ist Frankreich!

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