Schadensersatzstreit Banken schließen Vergleich mit Huntsman

Mehr als 13 Mrd. Dollar an Schadensersatz drohten der Deutschen Bank und Credit Suisse im Übernahmefinanzierung-Streit mit dem US-Chemiekonzern Huntsman. Nun haben sich die Parteien außergerichtlich geeinigt: Die Institute zahlen jeweils "nur" 316 Millionen Dollar an den Chemieriesen - obwohl sie sich weiter im Recht fühlen.
Erfolg für Ackermann: Der Schadenersatz an Huntsman fällt kleiner aus als erwartet. Quelle: Reuters

Erfolg für Ackermann: Der Schadenersatz an Huntsman fällt kleiner aus als erwartet.

(Foto: Reuters)

NEW YORK. Der milliardenschwere Schadensersatzprozess des US-Chemiekonzerns Huntsman gegen die Deutsche Bank sowie die Schweizer Credit Suisse ist überraschend durch einen Vergleich beendet worden. Die Institute teilten gestern mit, sie würden je 316 Mio. Dollar an Huntsman zahlen. Der Konzern hatte in dem erst vor einer Woche begonnenen Prozess ursprünglich mehr als 13 Mrd. Dollar an Schadensersatz verlangt. Huntsman warf den Instituten vor, sie hätten sich 2007 illegalerweise aus einer Übernahmefinanzierung zurückgezogen.

Die Banken hatten immer betont, ihre Entscheidung sei durch die Verträge gedeckt gewesen. Gestern teilten die Banken lediglich mit: „Wir sind fest von der Richtigkeit unserer Sache überzeugt. Wir hatten das Gefühl, dass es in unserem besten Interesse war, uns für jeweils 316 Mio. Dollar zu vergleichen.“ Man sei froh, das Verfahren hinter sich zu haben. Neben der Vergleichssumme werden beide Banken einer Huntsman-Tochter Kredite über jeweils 550 Mio. Dollar mit einer Laufzeit von sieben Jahren gewähren.

Der Streit geht auf eine Übernahmeschlacht um Huntsman aus dem Jahr 2007 zurück. Damals entschied sich das Huntsman-Management zur Annahme eines von den beiden Banken finanzierten Angebots einer Chemiefirma aus dem Portfolio des Private-Equity-Fonds Apollo. Die Apollo-Offerte lag damals rund elf Prozent höher als die der Konkurrenz. Später platzte die Transaktion, weil sich die Banken aus dem Deal zurückzogen.

Vor dem Gericht im texanischen Conroe begründeten Anwälte der Banken die damalige Entscheidung mit der wirtschaftlich schwachen Verfassung von Huntsman und der übernehmenden Apollo-Tochter und der heraufziehenden Rezession. Huntsman dagegen argumentierte, die Banken hätten sich wegen eigener Probleme in der Finanzkrise zurückgezogen.

Auch gegen Apollo hatte Huntsman geklagt. Nachdem ein Richter dem New Yorker Fonds signalisiert hatte, der Übernahmevertrag hätte respektiert werden müssen, stimmte Apollo einem Vergleich zu und zahlte Huntsman eine Mrd. Dollar. Ein Huntsman-Sprecher sagte gestern der Nachrichtenagentur Bloomberg: „Wir haben etwas erreicht, von dem wir glauben, dass es vorteilhaft für das Unternehmen ist.“

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