Schadensersatzstreit
Ecclestone will Prozess mit BayernLB

Ecclestone soll eine Mitschuld daran haben, dass die BayernLB ihre Formel 1-Anteile vor acht Jahren unter Wert verkauft hat. Der Formel-1-Chef weist die Vorwürfe zurück – er will keinen außergerichtlichen Vergleich.
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LondonFormel-1-Chef Bernie Ecclestone will es im Schadenersatzstreit mit der Bayerischen Landesbank auf einen Gerichtsprozess ankommen lassen. „Wenn wir verklagt werden, müssen wir wohl vor Gericht gehen", sagte der 83-jährige Milliardär der Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag. Die BayernLB wirft Ecclestone eine Mitschuld dafür vor, dass sie ihre Anteile an der Formel 1 vor acht Jahren unter Wert verkauft habe. Ecclestone soll den damals zuständigen Vorstand Gerhard Gribkowsky bestochen haben, damit dieser die Rennsportserie an einen ihm genehmen Investor abgab.

Ecclestone muss sich deswegen bereits in einem anderen Schadenersatzprozess in London verantworten und ein Gerichtsverfahren in München befürchten, wo er wegen Bestechung angeklagt wird. Gribkowsky wurde in München bereits unter anderem wegen Bestechlichkeit zu einer mehrjährigen Gefängnisstrafe verurteilt. Der Formel-1-Chef weist die Vorwürfe zurück.

Er habe kein Schmiergeld gezahlt, sondern Gribkowsky mit Geld ruhigstellen wollen, damit dieser ihn nicht bei Steuerbehörden anschwärze. Ecclestone muss wegen der Rechtsstreitigkeiten um seinen Posten als Chef der Formel 1 fürchten, die er seit Jahren maßgeblich prägt. Auch der vom Eigner CVC erwogene Börsengang steht wegen der Affären infrage.

„Die BayernLB hat sich den Falschen ausgesucht", sagte Ecclestone nun. Er habe nicht die Absicht, sich auf einen außergerichtlichen Vergleich einzulassen. Die BayernLB hatte Ecclestone am Mittwoch mit einer Klage gedroht, um ihre bereits vor einem Jahr gestellte Schadenersatzforderung durchsetzen. Einem Insider zufolge geht es um bis zu 400 Millionen Dollar (290 Millionen Euro). „Es ist zutreffend, dass die BayernLB mit Hochdruck an einer Klage gegen Herrn Ecclestone arbeitet, um diese voraussichtlich im Laufe des Januars beim Londoner High Court einzureichen", hatte die Bank erklärt.

Vor dem Londoner High Court wird Ecclestone in der Sache bereits von dem deutschen Medienkonzern Constantin auf Schadenersatz verklagt. Constantin wurde nach eigener Darstellung von Ecclestone und Gribkowsky um einen ihm zustehenden Anteil am damaligen Verkaufserlös geprellt und fordert mehr als 100 Millionen Dollar. Für Freitag ist der letzte Verhandlungstermin angesetzt, ein Urteil wird frühestens im Januar erwartet.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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