Schäden für Versicherer
Hurrikan „Maria“ könnte 85 Milliarden Dollar kosten

Die Zerstörungen in der Karibik durch den Wirbelsturm „Maria“ sind groß. Analysten haben nun den Schaden für die Versicherer geschätzt: Er ist gewaltig. Präsident Trump gerät für sein Krisenmanagement weiter unter Druck.
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Berlin, San JuanDer Hurrikan „Maria“ hat Branchenexperten zufolge hohe Kosten für die Versicherungsbranche verursacht. Die versicherten Schäden in der Karibik könnten zwischen 40 und 85 Milliarden Dollar liegen, erklärte der Fachdienst Air Worldwide am Montag in einer Schätzung.

Allein auf die Insel Puerto Rico entfielen dabei über 85 Prozent. Der schwerste Sturm seit fast 90 Jahren hatte in der vergangenen Woche auf dem US-Außengebiet gewütet, die Stromversorgung unterbrochen und zu Überschwemmungen geführt.

Angesichts der schweren Verwüstungen durch „Maria“ auf Puerto Rico hatte der Gouverneur Unterstützung durch die Bundesregierung in Washington gefordert. Das sei eine humanitäre Katastrophe, die 3,4 Millionen US-Bürger betreffe. Sie würden die volle Unterstützung durch die US-Regierung brauchen, hieß es in einer Stellungnahme von Gouverneur Ricardo Rosselló. Das Weiße Haus hatte zuvor die Darstellung zurückgewiesen, Präsident Trump widme der Lage in dem Außengebiet nicht genügend Aufmerksamkeit.

Trump gerät für seinen Umgang mit der Krise zunehmend unter Druck. So hat etwa Sänger Marc Anthony den US-Präsidenten nach dessen Äußerungen über das vom Hurrikan zerstörte Puerto Rico auf Twitter angegriffen. Trump solle im Hymnen-Streit mit der NFL die Klappe halten und sich besser auf Hilfe für das US-Außengebiet konzentrieren, schrieb der 49 Jahre alte Musiker. „Wir sind auch amerikanische Staatsbürger“, erklärte er. Anthonys Eltern stammen aus Puerto Rico.

Trump hatte sich zuvor zwar zu den Schäden vor Ort geäußert, er twitterte jedoch auch, die Insel schulde der Wall Street und Banken „Milliarden Dollar“, worum sich „traurigerweise gekümmert“ werden müsse.

Anthony, Ex-Mann von Sängerin Jennifer Lopez, engagiert sich wie andere Stars mit Wurzeln in Puerto Rico für Hilfe nach dem Hurrikan. Lin-Manuel Miranda, Schöpfer des preisgekrönten Musicals „Hamilton“, schrieb, er werde jeden bekannten puerto-ricanischen Musiker kontaktieren.

Hintergrund für den aktuellen Streit ist der Vorwurf, Trump interessiere sich nicht genug für die Unterstützung Puerto Ricos und widme seine Aufmerksamkeit unwichtigeren Themen. So liefert sich der Präsident seit vergangenem Freitag einen Streit mit der American-Football-Liga und deren Spielern. Er kritisiert, dass sie sich während des Erklingens der Nationalhymne auf den Boden knien, um gegen Polizeigewalt gegen Schwarze zu demonstrieren – und ihrer Heimat so vermeintlich keinen Respekt zollen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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