Schäden für Versicherer Hurrikan „Maria“ könnte 85 Milliarden Dollar kosten

Die Zerstörungen in der Karibik durch den Wirbelsturm „Maria“ sind groß. Analysten haben nun den Schaden für die Versicherer geschätzt: Er ist gewaltig. Präsident Trump gerät für sein Krisenmanagement weiter unter Druck.
Update: 26.09.2017 - 07:23 Uhr Kommentieren
Die Überreste eines Hauses in San Juan, Puerto Rico. Quelle: AP
Zerstörtes Paradies

Die Überreste eines Hauses in San Juan, Puerto Rico.

(Foto: AP)

Berlin, San JuanDer Hurrikan „Maria“ hat Branchenexperten zufolge hohe Kosten für die Versicherungsbranche verursacht. Die versicherten Schäden in der Karibik könnten zwischen 40 und 85 Milliarden Dollar liegen, erklärte der Fachdienst Air Worldwide am Montag in einer Schätzung.

Allein auf die Insel Puerto Rico entfielen dabei über 85 Prozent. Der schwerste Sturm seit fast 90 Jahren hatte in der vergangenen Woche auf dem US-Außengebiet gewütet, die Stromversorgung unterbrochen und zu Überschwemmungen geführt.

Angesichts der schweren Verwüstungen durch „Maria“ auf Puerto Rico hatte der Gouverneur Unterstützung durch die Bundesregierung in Washington gefordert. Das sei eine humanitäre Katastrophe, die 3,4 Millionen US-Bürger betreffe. Sie würden die volle Unterstützung durch die US-Regierung brauchen, hieß es in einer Stellungnahme von Gouverneur Ricardo Rosselló. Das Weiße Haus hatte zuvor die Darstellung zurückgewiesen, Präsident Trump widme der Lage in dem Außengebiet nicht genügend Aufmerksamkeit.

Hurrikan Maria überschwemmt Dominikanische Republik

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Trump gerät für seinen Umgang mit der Krise zunehmend unter Druck. So hat etwa Sänger Marc Anthony den US-Präsidenten nach dessen Äußerungen über das vom Hurrikan zerstörte Puerto Rico auf Twitter angegriffen. Trump solle im Hymnen-Streit mit der NFL die Klappe halten und sich besser auf Hilfe für das US-Außengebiet konzentrieren, schrieb der 49 Jahre alte Musiker. „Wir sind auch amerikanische Staatsbürger“, erklärte er. Anthonys Eltern stammen aus Puerto Rico.

Trump hatte sich zuvor zwar zu den Schäden vor Ort geäußert, er twitterte jedoch auch, die Insel schulde der Wall Street und Banken „Milliarden Dollar“, worum sich „traurigerweise gekümmert“ werden müsse.

Anthony, Ex-Mann von Sängerin Jennifer Lopez, engagiert sich wie andere Stars mit Wurzeln in Puerto Rico für Hilfe nach dem Hurrikan. Lin-Manuel Miranda, Schöpfer des preisgekrönten Musicals „Hamilton“, schrieb, er werde jeden bekannten puerto-ricanischen Musiker kontaktieren.

Diese Versicherer sind systemrelevant
Aegon
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Insgesamt stuft der Financial Stability Board weltweit neun Versicherer als systemrelevant ein. Weil sich das FSB nicht dazu durchringen kann, auch Rückversicherer auf die Liste setzen, sucht man die Namen von Branchengiganten wie Warren Buffetts Berkshire Hathaway oder Munich Re vergeblich. Das Board führt die Liste ohne spezielle Reihenfolge, dementsprechend sind die Assekuradeure alphabetisch geordnet. Den Anfang macht die niederländische Aegon. 1983 gegründet, verwaltet der Konzern aus Den Haag 477 Milliarden Dollar an Vermögen. (Quelle: Financial Stability Forum)

Allianz
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Die Allianz mit Hauptsitz in München ist der einzige deutsche Versicherungskonzern, den das Financial Stability Board als systemrelevant einstuft. Und das aus gutem Grund: Mit einem verwalteten Vermögen von 928 Milliarden US-Dollar ist der 1890 gegründete Konzern in mehr als 70 Ländern der Welt vertreten – und ist damit der zweitgrößte Versicherer Europas.

AIG
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Die American International Group (AIG) wurde 1919 gegründet, hat ihren Sitz in New York und beschäftigt weltweit rund 66.000 Mitarbeiter. Aktien der AIG notieren an der NYSE in der Wall Street und in Tokio. Die Amerikaner managen 514 Milliarden Dollar.

Aviva
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Gleich mehrere britische Konzerne gelten laut FSB als systemrelevant: Aviva, die bis 2002 noch CGNU hießen, gehören zu den fünf größten Erstversicherern der Welt. Aviva verfügt über ein Gesamtvermögen von 574 Milliarden Dollar und beschäftigt etwa 30.000 Mitarbeiter weltweit.

Axa
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Die Axa-Gruppe mit Sitz in Paris ist mit 166.000 Mitarbeitern in 64 Ländern der Welt vertreten und knackt mit einem Gesamtvermögen von 1022 Milliarden Dollar die Billionen-Schallmauer. Axa hat mehr als 100 Millionen Kunden und gilt als größter Versicherungskonzern der Welt.

MetLife
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Der US-amerikanische Konzern Metropolitan Life Insurance Company, besser bekannt als MetLife, ist der größte Anbieter von Lebensversicherungen in den USA. Das Unternehmen wurde 1868 gegründet und beschäftigt etwa 70.000 Mitarbeiter. Laut aktuellem Quartalbericht kommen die New Yorker auf 952 Milliarden Dollar unter ihren Fittichen.

Ping An Insurance
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Der chinesische Ping An Insurance ist der einzige als systemrelevant erachtete asiatische Versicherer. Ping An wurde 1988 gegründet und ist Hong Kong und Shanghai gelistet. Zu der Holding gehören verschiedene Unternehmen aus dem Dienstleistungssektor. Die Chinesen verzeichnen ein erfolgreiches Jahr mit starkem Wachstum, gemanagt werden knapp 690 Milliarden Dollar.

Hintergrund für den aktuellen Streit ist der Vorwurf, Trump interessiere sich nicht genug für die Unterstützung Puerto Ricos und widme seine Aufmerksamkeit unwichtigeren Themen. So liefert sich der Präsident seit vergangenem Freitag einen Streit mit der American-Football-Liga und deren Spielern. Er kritisiert, dass sie sich während des Erklingens der Nationalhymne auf den Boden knien, um gegen Polizeigewalt gegen Schwarze zu demonstrieren – und ihrer Heimat so vermeintlich keinen Respekt zollen.

  • rtr
  • dpa
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