Schätzerkreis
Krankenkassen erwirtschaften Überschüsse

Die Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen sind im ersten Quartal weniger stark gestiegen als befürchtet. Das hat den Kassen einen deutlichen Überschuss beschert. Schlechter steht es allerdings um den Gesundheitsfonds.
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BerlinDie gesetzlichen Krankenkassen haben das erste Quartal mit einem überraschend deutlichen Überschuss von 1,51 Milliarden Euro abgeschlossen. Grund für die positive Entwicklung ist nach einer Auswertung der aktuellen Finanzergebnisse durch das Bundesgesundheitsministerium, die dem Handelsblatt vorliegt, vor allem die unerwartet günstige Ausgabenentwicklung.

Die Leistungsausgaben je Versicherten stiegen mit 3,6 Prozent deutlich geringer als die vom Schätzerkreis noch im vergangenen Herbst erwarteten 4,5 Prozent. Insgesamt wuchsen die Ausgaben um 3,5 Prozent je Versicherten. Da sich die Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds an die Krankenkassen nach dieser Prognose richten, konnten die Kassen ihre Reserven weiter auf 11,5 Milliarden Euro auffüllen.

Zusammen mit dem Gesundheitsfonds verfügte das gesetzliche Versicherungssystem damit zuletzt über Rücklagen von 20 Milliarden Euro, was zwei vollen Beitragssatzpunkten entspricht. Allerdings verzeichnete der Gesundheitsfonds ein Defizit von 1,05 Milliarden Euro. Grund sind saisonale Schwankungen bei den Beitragseinnahmen. Da die Beitragseinnahmen des Fonds jedoch im ersten Quartal Dank der guten Wirtschaftsentwicklung um 3,5 Prozent über Vorjahresniveau lagen und Renten und Löhne im Jahresverlauf deutlich steigen werden, dürfte der Fonds auch wie die Kassen das Gesamtjahr mit einem Überschuss abschließen.

Das Ministerium sieht in der positiven Bilanz eine Bestätigung der bisherigen Gesundheitspolitik. Minister Daniel Bahr (FDP) hatte die Kassen immer wieder aufgefordert, einen Teil ihre Überschüsse an die Versicherten auszuschütten.

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  • Vielleicht fehlt Dir auch nur das Wissen!
    Heutzutage wird man bei Ärzten und Krankenhäusern
    belogen, daß sich die Balken biegen. Medzinisch notwendige Untersuchungen unterbleiben so manchmal sogar jahrelang, bis ein maximal möglicher Schaden entstanden ist. Ziel ist aber keineswegs Kostenreduzierung, sondern Gewinnmaximierung und dafür gehen skrupellose BWLer im Medizinbereich und auch Mediziner über Leichen.

  • Stimmt nicht. Ich werde immer behandelt.

  • Nach der Bankenunion werden die PIIGS-Staaten sicher auch die Krankenversicherungsunion wollen. Deutschland zahlt mit seinen Ersparnissen der KV die Plite-Krankemversicherer der Griechen und anderer Länder. Man liest ja, dass dort wegen Geldmangel keine Medikamente mehr ausgegeben werden und auch OPs kaum noch durchgeführt werden; es sei denn man bezahlt cash.

    Also: Auf! Auf! Ab mit den Milliarden der KV an die PIIGS.

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