Schattenbanken
Die 67-Billionen-Dollar-Branche

Das System der Schattenbanken ist offenbar größer als gedacht. Der Anteil der USA geht zurück, dafür gewinnt Europa an Gewicht. Vor allem in Großbritannien breitet sich der Sektor aus. Die Aufseher sind alarmiert.
  • 5

BrüsselDie Schattenbanken haben sich nach Erkenntnissen des Finanzstabilitätsrats (FSB) im Finanzsystem weiter ausgebreitet. Die Finanztransaktionen der Institute, die nicht der traditionellen Aufsicht unterliegen, müssen daher nach Auffassung der Behörden stärker überwacht werden.

Das Schattenbankensystem ist auf etwa 67 Billionen Dollar gewachsen, wie der FSB in einem Bericht zu dem Sektor schreibt. Dies seien etwa 6 Billionen Dollar mehr als bislang gedacht. Der aktuellen Untersuchung liegen mehr Daten zugrunde als bei der im vergangenen Jahr.

Die Größe des Schattenbankensystems, zu dem Aktivitäten von Geldmarktfonds, Monoline-Versicherern und Zweckgesellschaften zählen, „kann zu Systemrisiken führen“ und „Marktreaktionen verstärken, wenn die Liquidität am Markt knapp ist“, heißt es in dem Bericht, der auf der FSB-Website veröffentlicht wurde.

Eine „angemessene Beobachtung und Regulierung für das Schattenbankensystem muss eingerichtet werden, um die Entwicklung von Risiken zu dämpfen“, erklärte die Organisation, die sich aus Aufsehern und Zentralbankvertretern zusammensetzt.

Die Regulierer haben im Gefolge des Zusammenbruchs von Lehman Brothers im Jahr 2008 versucht, das Eingehen exzessiver Risiken durch neue Regeln einzudämmen. Sorge bereitet ihnen jedoch, dass die Banken das Schattenbankensystem dazu nutzen könnten, um die Vorschriften der Aufseher zu umgehen.

Seite 1:

Die 67-Billionen-Dollar-Branche

Seite 2:

Anteil der USA geht zurück

Kommentare zu " Schattenbanken: Die 67-Billionen-Dollar-Branche"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • @Marco99

    Ich kann es nicht so schön beschreiben wie Sie,ist aber auch
    egal.Bin eher praktisch veranlagt.Vielleicht gibt es ja einen
    Weg.Und zwar so:

    Warum zwingt man eigentlich nicht ALLE Banken/Marktteilnehmer
    dieser Welt dazu, ihre Transaktionen offen zulegen bzw.in
    einem zugegeben gigantischen Rechner einzustellen?
    Ein paralleler Datentransfer. Technisch beherrschbar.
    Eine Frage der Kosten/Nutzen Analyse.
    Und wer glaubt bitte, dass der weltweite E-mail Verkehr nicht
    überwacht wird,stündlich,minütlich,sekündlich?
    Von den Datenmengen her vermutlich vergleichbar.
    Natürlich würden sich die Banken wehren mit allen ihnen zur
    Verfügung stehenden Mitteln.
    Dann nimmt man denen eben die Mittel!
    Das haben doch die Schweizer Banken auch gemacht, als
    ihnen die US-amerikanischen Behörden richtig auf die Füße
    gestiegen sind, und was war das Ergebnis?
    Oder die „Märkte“?
    Wer sind die? Anleger, negativ Spekulanten

    Was im high-speed-Handel an den Börsen funktioniert, muss ja
    anders herum möglich sein.
    Man holt sich die Software-Ingenieure und fertig.
    Weiter gedacht hat man eine ziemlich große Anzahl von Daten.
    Das macht aber nichts, kann man technisch lösen.
    Dann wird die Software gebaut dazu.
    Leute die das können gibt es vermutlich viele
    Man muss nur vorher festlegen was man erreichen möchte.
    Dann gibt es die Aufgabe, wie bewerte ich diese Daten
    Wie mache ich einen Abgleich mit meinen Zielen die ich
    erreichen möchte.
    usw. usw.

    Geht noch weiter,wie lege ich den Sumpf dann damit trocken.

    Gehen würde das schon.Wenn man es denn WILL kein großes
    Problem. Ohne Kontrolle knallt es doch auf jeden Fall!!



  • @AlexanderBerg

    Dazu kommen ja noch die regulierten Banken, mindestens noch
    einmal so viel.Plus die vielen Spielzeuge die in aller Welt herumfliegen.(Derivate etc.)
    Dürfte mittlerweile alles in allem bei rund
    700-750 Billionen Dollar liegen.Kann aber auch schon bei Trillionen sein.Niemand weiß das mehr oder kann es
    kontrollieren.
    Meine Zahlen sind leider schon etwas älteren Datums,(2010)
    aber da waren es schon über 670 Bio.Dollar!
    Da können Sie mal anfangen zu spekulieren,wann das alles
    in die Luft fliegt.

  • @All: Es wird hier über Umsatz gesprochen. Also das tägliche Hin- und Her von Geldern. Es geht dabei nicht um Gewinne und auch nicht um Vermögen. Die Zahl ist daher völlig ohne Aussage und hat einzig den Zweck 'gruselig' zu klingen und unbedarfte Leser in die Irre zu führen. Man kann per Computer einen einzigen Euro (bzw. seine elektronische Entsprechung) billionenmal in einem Computer kreisen lassen ohne das irgendwelche Effekte hat. Weder negativ noch positiv, völlig ohne Risiko (ist ja nur ein einziger Euro), völlig ohne Auswirkung auf irgendwas und trotzdem kommt ein Billionen-Umsatz heraus.

    @HB: Der Artikel ist praktisch inhaltsleer. Es wird nicht definiert warum Hedgefonds Schattenbanken sein sollen (Schattenbank = führt Bankdienstleistungen aus, hat aber keine Banklizenz, welche Bankdienstleistungen führen aber Hedgefonds aus?) und daher ist es für den Leser nicht nachvollziehbar warum nun Hedgefonds ein Problem sein sollen. Es wird konserquenterweise auch nicht gesagt was denn das Problem mit diesem Umsatz sein soll.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%