Scheinkonten-Affäre Wells Fargo zahlt weitere 110 Millionen Dollar

Für die US-Bank Wells Fargo wird der Skandal um fingierte Konten noch teurer. Die Bank einigt sich auf eine Millionenzahlung, um die Sammelklage beizulegen. Aber ihr droht neuer Ärger.
Update: 29.03.2017 - 16:08 Uhr Kommentieren
Die Großbank zieht nach der Scheinkonto-Affäre Konsequenzen. Quelle: AP
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Die Großbank zieht nach der Scheinkonto-Affäre Konsequenzen.

(Foto: AP)

New YorkDie US-Bank Wells Fargo hat die Zahlung von 110 Millionen US-Dollar (102 Millionen Euro) akzeptiert. Damit legt die Bank den ersten privaten Rechtsstreit bei im Zusammenhang mit den zwei Millionen Konten, die Mitarbeiter ohne Wissen der Kunden eröffnet haben. In dem Rechtsstreit ging es um eine Sammelklage.

Um die ehrgeizigen Ziele des Managements zu schaffen, hatten Mitarbeiter der Westküsten-Bank landesweit Konten und Kreditkarten eröffnet, ohne dies den Kunden mitzuteilen. Als der Skandal bekannt wurde, sind viele Mitarbeiter entlassen worden, darunter auch fünf Top-Manager. Der langjährige Vorstandsvorsitzende John Stumpf musste seinen Posten ebenfalls räumen.

Ende vergangenen Jahres hat die Traditionsbank bereits 185 Millionen Strafe zahlen müssen, auch wenn die Bank ihre Schuld damit nicht eingestanden hat. Das Geld kam verschiedenen Behörden auf Bundes- und lokaler Ebene zugute.

So gefährlich sind die größten Banken der Welt
Klasse 1 – UBS, Santander, Royal Bank of Scotland
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Der Finanzstabilitätsrat teilt die Banken in fünf Klassen ein. In der ersten Klasse befinden sich laut der vorgesellten Liste 17 Banken, die nicht als besonders systemrelevant gelten – das ist eine weniger als im Vorjahr. Diese Banken müssen ein Prozent mehr Kapital zusätzlich zu der erforderlichen Eigenkapitalquote vorhalten. Unter diesen für das System vergleichsweise nicht besonders gefährlichen Banken befinden sich zum Beispiel die Schweizer Großbank UBS, die Société Générale, die Santander, ING Bank, die Royal Bank of Scotland und Bank Morgan Stanley.

Klasse 1 – Standard Chartered
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Welche Konsequenzen der Brexit für die britische Standard Chartered haben wird, ist noch nicht absehbar. Die Bank belegt wie im Vorjahr einen Platz in Klasse 1, die einen Kapitalaufschlag von einem Prozent voraussetzt.

Neu in Klasse 1: Die Credit Suisse.
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Neu in der Klasse 1 ist die US-Bank Credit Suisse, die im Vorjahr noch mehr Kapital vorhalten musste. Jetzt beträgt dieser Zuschlag für das Schweizer Geldhaus nur noch ein Prozent. Sie hat aus Sicht der Regulierer an Relevanz verloren.

Klasse 2 – Barclays
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James Staley, seit Dezember 2015 Chef der britischen Bank Barclays, konnte die Risikoeinstufung des Geldhauses reduzieren. Barclays gehört, wie auch 2016 schon, nur noch der Klasse zwei an. Dort ist ein Kapitalzuschlag von 1,5 Prozent erforderlich.

Klasse 2 – Wells Fargo
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Wells Fargo spielt mit Barclays in einer Liga. Beide gehörten Klasse 2 an, was einen Kapitalzuschlag von 1,5 Prozent bedeutet.

Klasse 2 – Goldman Sachs
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Auch die amerikanische Investmentbank Goldman Sachs wird als „systemisch“ eingestuft, sie muss 1,5 Prozent Kapitalzuschlag vorhalten.

Klasse 2 – Industrial and Commercial Bank of China
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Für genauso systemrelevant halten die Regulierer die Industrial and Commercial Bank of China. Aufschlag auch hier: 1,5 Prozent.

Die jüngste Einigung über 110 Millionen Dollar betrifft dagegen Privatpersonen, die sich der Sammelklage angeschlossen hatten, weil ohne ihr Wissen Konten auf ihre Namen eröffnet oder ihnen ohne ihr Wissen Finanzprodukte verkauft worden waren. Die Einigung, die noch vom Gericht genehmigt werden muss, betrifft insgesamt zwölf verschiedene Sammelklagen. „Wir wollen sicherstellen, dass jeder Kunde, der von unseren Verkaufsmethoden betroffen war, die Möglichkeit hat, den Schaden abzuwenden, und diese Einigung ist eine zusätzliche Option“, teilte der Vorstandsvorsitzende von Wells Fargo, Tim Sloan, mit.

Der Skandal ist mit der jüngsten Einigung noch nicht abgehakt. Es laufen noch immer verschiedene Untersuchungen gegen Wells Fargo, ebenso wie Klagen von Investoren und ehemaligen Mitarbeitern. Außerdem droht der Bank neuer Ärger: Die Bankenaufsicht OCC hat Wells Fargo diese Woche vorgeworfen, über Jahre bei der Vergabe von Krediten eine „diskriminierende und illegale“ Praxis angewendet zu haben. So sollen Minderheiten bei der Vergabe von Hypothekenkreditne und anderen Produkten diskriminiert worden seien.

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