Scheinkonten-Affäre
Wells Fargo zahlt weitere 110 Millionen Dollar

Für die US-Bank Wells Fargo wird der Skandal um fingierte Konten noch teurer. Die Bank einigt sich auf eine Millionenzahlung, um die Sammelklage beizulegen. Aber ihr droht neuer Ärger.
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New YorkDie US-Bank Wells Fargo hat die Zahlung von 110 Millionen US-Dollar (102 Millionen Euro) akzeptiert. Damit legt die Bank den ersten privaten Rechtsstreit bei im Zusammenhang mit den zwei Millionen Konten, die Mitarbeiter ohne Wissen der Kunden eröffnet haben. In dem Rechtsstreit ging es um eine Sammelklage.

Um die ehrgeizigen Ziele des Managements zu schaffen, hatten Mitarbeiter der Westküsten-Bank landesweit Konten und Kreditkarten eröffnet, ohne dies den Kunden mitzuteilen. Als der Skandal bekannt wurde, sind viele Mitarbeiter entlassen worden, darunter auch fünf Top-Manager. Der langjährige Vorstandsvorsitzende John Stumpf musste seinen Posten ebenfalls räumen.

Ende vergangenen Jahres hat die Traditionsbank bereits 185 Millionen Strafe zahlen müssen, auch wenn die Bank ihre Schuld damit nicht eingestanden hat. Das Geld kam verschiedenen Behörden auf Bundes- und lokaler Ebene zugute.

Die jüngste Einigung über 110 Millionen Dollar betrifft dagegen Privatpersonen, die sich der Sammelklage angeschlossen hatten, weil ohne ihr Wissen Konten auf ihre Namen eröffnet oder ihnen ohne ihr Wissen Finanzprodukte verkauft worden waren. Die Einigung, die noch vom Gericht genehmigt werden muss, betrifft insgesamt zwölf verschiedene Sammelklagen. „Wir wollen sicherstellen, dass jeder Kunde, der von unseren Verkaufsmethoden betroffen war, die Möglichkeit hat, den Schaden abzuwenden, und diese Einigung ist eine zusätzliche Option“, teilte der Vorstandsvorsitzende von Wells Fargo, Tim Sloan, mit.

Der Skandal ist mit der jüngsten Einigung noch nicht abgehakt. Es laufen noch immer verschiedene Untersuchungen gegen Wells Fargo, ebenso wie Klagen von Investoren und ehemaligen Mitarbeitern. Außerdem droht der Bank neuer Ärger: Die Bankenaufsicht OCC hat Wells Fargo diese Woche vorgeworfen, über Jahre bei der Vergabe von Krediten eine „diskriminierende und illegale“ Praxis angewendet zu haben. So sollen Minderheiten bei der Vergabe von Hypothekenkreditne und anderen Produkten diskriminiert worden seien.

Katharina Kort
Katharina Kort
Handelsblatt / Korrespondentin

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