Schifffahrtskrise
HSH bereitet Eigner auf weiteres Verlustjahr vor

Die HSH Nordbank macht einen Rückzieher: Auch 2014 wird das Finanzinstitut keine schwarzen Zahlen schreiben. Die Krise der Schifffahrt trifft die angeschlagene Landesbank so hart wie kein anderes deutsches Geldhaus.
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HamburgNeue Hiobsbotschaften aus Hamburg: Die HSH Nordbank rechnet wegen der Dauerkrise in der Schifffahrt und hoher Kosten für die Staatsgarantien vorerst nicht mit einer Rückkehr in die Gewinnzone. Zudem stellt sich das staatliche gestützte Institut darauf ein, dass sich bei den anstehenden Stresstests im kommenden Jahr weitere Löcher in der Bilanz auftun. Die Schifffahrtskrise, die das Geldhaus seit Jahren auf Trab hält, wird sich nach Einschätzung von Bankchef Constantin von Oesterreich frühestens 2015 entspannen.

Im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Reuters machte von Oesterreich am Freitag deutlich, dass das Ziel eines Gewinns im Jahr 2014 nur sehr schwer zu erreichen sein wird. Allein die Gebühren, die das Institut für den staatlichen Rettungsschirm an die beiden Haupteigner Hamburg und Schleswig-Holstein überweist, beliefen sich im kommenden Jahr auf 520 Millionen Euro, sagte von Oesterreich. "Eine solche Summe muss erst mal verdient werden." Hinzu komme, dass die Risikovorsorge in der Schifffahrt auch im kommenden Jahr hoch bleiben werde. "Auf der Basis wird es sehr anspruchsvoll, im nächsten Jahr schwarze Zahlen zu schreiben", erklärte der Bankchef.

Bislang war das kriselnde Institut davon ausgegangen, dass die Kreditvorsorge im nächsten Jahr sinkt und damit der Weg frei wird, um im Gesamtjahr Gewinne zu schreiben. Inzwischen zeichnet sich nach Einschätzung der Bank jedoch ab, dass sich die Schifffahrtsbranche auch im nächsten Jahr nicht erholen dürfte. "Es gibt nichts Positives über die Schifffahrt zu sagen. Auch wenn es hin und wieder Lichtblicke am Horizont gibt, so sind sie doch immer wieder schnell verschwunden", sagte von Oesterreich. Zudem schlagen zusätzliche Prämien für die wieder von sieben auf zehn Milliarden Euro aufgestockte Staatsgarantie zu Buche. Für das laufende Jahr werden dafür einschließlich Sonderzahlungen bereits 410 Millionen Euro veranschlagt. Seit April 2009 hat die sogenannte Zweitverlustgarantie die Bank drei Milliarden Euro an Prämien gekostet. Bei der Präsentation der Halbjahresbilanz ging von Oesterreich mit keinem Wort auf die korrigierte Prognose ein und wurde auch nicht von Journalisten danach gefragt.

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  • Die HSH ist eine untote Zombiebank, die nur noch mit Steuergeldern über Wasser gehalten wird.

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