Schifffahrtskrise
Schwere Last für Bremer Landesbank

Nach der NordLB muss nun auch die Bremer Landesbank satte Gewinneinbrüche melden. Um 62 Prozent sank der Gewinn im ersten Halbjahr. Doch die Landesbank will die Krise weiter aussitzen und ihren Reedern treu bleiben.
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Frankfurt.Die Schifffahrtskrise setzt den Landesbanken im Norden zu. Der Nettogewinn der Bremer Landesbank fiel im ersten Halbjahr um 62 Prozent auf 35 Millionen Euro. Wie Nachbar und Mehrheitseigner NordLB legte das Bremer Geldhaus deutlich mehr Geld für mögliche Kreditausfälle zurück, weil vielen Reedern das Wasser bis zum Hals steht.

„Wir befinden uns im vierten Jahr der Schiffskrise. Eine Erholung ist im Moment nicht absehbar", sagte Bank-Chef Stephan-Andreas Kaulvers am Donnerstag. „Wir haben, wie es unsere Art ist, unsere Risiken konservativ bewertet." Die Schifffahrt leidet unter Überkapazitäten und sinkenden Frachtraten.

Bei der Bremer Landesbank hat sich die Risikovorsorge im Kreditgeschäft in der Folge mehr als verdreifacht auf 104 Millionen Euro. Auch bei der HSH Nordbank, die am Freitag ihre Halbjahreszahlen vorlegt, dürfte die Krise ihre Spuren hinterlassen.

Im Gegensatz zur Commerzbank, die aus der Schiffsfinanzierung aussteigen will, bleiben NordLB und Bremer Landesbank der Branche treu. „Wir stehen zu unseren Reedern und sind in der Lage, diese Krise durchzuhalten", sagte Kaulvers. Seine Bank ist unter anderem im Mittelstandsgeschäft in der Region sowie beim Ausbau von erneuerbaren Energien aktiv.

Die Kapitalausstattung der Bank ist zuletzt deutlich gestiegen, nachdem ihre Eigner Ende August Stille Einlagen von rund 600 Millionen Euro in hartes Kernkapital gewandelt haben - allen voran das Land Bremen. Nach der Kapitalerhöhung hält die NordLB rund 55 Prozent an der Bank, die Freie Hansestadt Bremen 41 Prozent und der Sparkassenverband Niedersachsen vier Prozent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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