Schiffsfinanzierer: Schifffahrtskrise drückt HSH Nordbank in rote Zahlen

Schiffsfinanzierer
Schifffahrtskrise drückt HSH Nordbank in rote Zahlen

Wenn die Schifffahrts-Branche leidet, leidet auch ihr weltgrößter Finanzier. Die HSH Nordbank hat 2012 Verluste eingefahren, obwohl die Kernbank auf ein positives Ergebnis kommt.
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FrankfurtDie HSH Nordbank hat im vergangenen Jahr wegen der Schifffahrtskrise rote Zahlen geschrieben. Der Verlust habe sich 2012 auf einen "sehr niedrigen dreistelligen Millionenbetrag" belaufen, sagte HSH-Chef Constantin von Oesterreich laut Vorabbericht der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". In der Kernbank, also ohne die zur Abwicklung stehenden Geschäfte, habe die Landesbank eine hohe einstellige Rendite erzielt. Anfang Februar hatte das Institut gewarnt, dass auch im laufenden Jahr ein Verlust nach internationaler Rechnungslegung (IFRS) anfallen dürfte. Erst 2014 geht das Geldhaus wieder von schwarzen Zahlen aus.

Die HSH, der größte Schiffsfinanzierer der Welt, spürt die aktuelle Krise der Branche. "Über den ganz dicken Daumen kann man sagen, dass etwa die Hälfte unserer Schifffahrtskunden stark betroffen sind", sagte der seit November 2012 amtierende HSH-Chef. Wegen Überkapazitäten und gesunkener Frachtraten können viele Unternehmen ihre Kredite nicht mehr bedienen, etliche Firmen gingen bereits Pleite. Die hohe Risikovorsorge für ausfallgefährdete Kredite trägt denn auch maßgeblich dazu bei, dass die HSH rote Zahlen schreibt und auf Unterstützung ihrer Eigner, Hamburg und Schleswig-Holstein, angewiesen ist.

Die beiden Landesregierungen hatten erst am Dienstag die Wiederaufstockung der Staatsgarantien um drei auf zehn Milliarden Euro beschlossen. Dank dieser Maßnahmen werde die Kapitalausstattung so stabil sein, "dass wir mit Gürtel und Hosenträger unterwegs sind", versicherte von Oesterreich. "Wir haben dann ein recht dickes Polster und sind nachhaltig gestärkt." Durch die Wiederaufstockung erfüllt die HSH die von Investoren, Rating-Agenturen und Aufsichtsbehörden verlangte Kernkapitalquote und kann sich günstiger refinanzieren.

Unterdessen denken die Länder laut "Frankfurter Allgemeine Zeitung" auch darüber nach, der HSH im Falle einer verschärften Krisensituation notfalls über den direkten Abkauf von Wertpapieren unter die Arme zu greifen. So könnten die risikogewichteten Aktiva der Bank reduziert und die Kernkapitalquote erhöht werden. Allerdings wäre hierfür die Zustimmung der EU-Kommission und der beiden Länder-Parlamente erforderlich.

Die HSH war in der Finanzkrise 2008 vom Staat gerettet worden und hatte dafür Auflagen von der EU-Kommission bekommen. Als sich die Lage etwas besserte, gab das Institut Garantien im Volumen von drei Milliarden Euro zurück - rückblickend ein fataler Fehler. Denn nun benötigt die Bank wieder stärkere Rückendeckung.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Schiffsfinanzierer: Schifffahrtskrise drückt HSH Nordbank in rote Zahlen"

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  • Wie soll aus der HSH noch etwas werden, wenn man in den Vorstand mit Stefan Ermisch einen schmierigen,primitiven und niveaulosen Selbstdarsteller setzt, der bestimmt nicht aufgrund seiner Seriösität und seiner Kompetenz schon in jungen Jahren in Vorstandspositionen protegiert wurde... Die HSH Nordbank ist offensichtlich ein Auffangbecken für gescheiterte, neureiche Möchtegern -Alphamännchen geworden . Kein schlechter Deal für einen fast zwei Jahre arbeitslosen Stefan Ermisch ,ein immer noch ( auch nach staatlicher Beschränkung..zumindest offiziell) stattliches Gehalt und lebenslange Pensionsansprüche. Hier wird vor dem "Untergang" ein charakterlich sehr zweifelhafter Mensch finanziell "abgesichert".

  • @Nobody
    Wenn das so einfach wäre, Kriminelle und Politik voneinander zu trennen.......Lobbyisten als offizielle, hochbezahlte Berater von Politikern in höchsten Ämtern......Fragwürdige Entscheidungen der Politiker auf dem Rücken der kleinen Leute.....Bankenrettung.......Rentenkürzung für westdeutsche Rentner..........Plünderung des Gesundheitsfonds.........Zweckentfremdung von Beiträgen in der staatlichen Rentenversicherung..........Beamtenpensionen und Abgeordnetendiäten........ESM, EFSF, EZB, IWF (hierzu fällt mir ein Lied der Gruppe "fantastische vier" ein)....
    Politik in der EU steht für Desinformation, Lügen, Betrug an den Steuerzahlern, Vetternwirtschaft, Lobbyistentum, Vorteilsnahme......ohne Ende.....

  • So ein Unsinn, Kernbank soll Gewinn haben???

    Frage: Was ist denn d9ei Kernbank??

    Antwort: Alles was Freude bereitet und gut ist.

    So einfach ist das. Insofern macht JEDE "Kernbank" immer beste Geschäfte. Es gibt nur leider gar keine "Kernbank" in der HSH. Es gibt nur die HSH insgesamt. Und die ist in übelem Zustand. Praktisch nicht überlebensfähig. Garantien der Länder werden von 7 auf 10 Mrd. erhöht und das reicht nicht. Die Länder denken darüber nach, "Schrott" aus der HSH zu übernehmen ......
    Was ein Elend und was für schönfärberischen Lügen für die Presse ...

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