Schlechtes Omen
Analysten befürchten Gewinneinbruch bei der Deutschen Bank

Droht der Deutschen Bank ein neuer Rückschlag? Analysten befürchten einen heftigen Gewinneinbruch beim kommenden Quartalsergebnis. Der größte Rückgang könnte ausgerechnet eine traditionell starke Sparte treffen.

FrankfurtDie gute Nachricht für die leidgeprüften Aktionäre der Deutschen Bank: In den vergangenen zehn Tagen legte die Aktie um 13 Prozent zu. Aber natürlich gibt es auch eine schlechte Nachricht, und die lautet, davor war der Kurs mit 11,22 Euro auf einen neuen Tiefstand gestürzt.

Wie es mit Deutschlands größtem Geldhaus in den nächsten Wochen an der Börse weitergeht, wird sich auch und vor allem am 27. Juli entscheiden. Dann stellt das größte heimische Geldhaus seine Zahlen für das zweite Quartal vor.

Im Schnitt rechnen die Analysten mit einem mageren Nettogewinn von elf Millionen Euro. Zum Vergleich: Im Vorjahr verdiente die Bank unter dem Strich noch 818 Millionen Euro und im ersten Quartal 2016 stand immerhin noch ein Gewinn von 236 Millionen Euro zu Buche. Die Schätzungen der 16 Analysten, die die Bank in einer Konsensprognose auf ihrer Web-Seite veröffentlicht hat, liegen allerdings weit auseinander – und die Ergebnisse hängen stark davon ab, welche Annahmen die Experten für die Kosten für den Konzernumbau und die Rechtsrisiken treffen. Im Schnitt gehen die Analysten von Restrukturierungskosten von 279 Millionen Euro und neuen Rückstellungen für Rechtsrisiken von 571 Millionen Euro aus.

Die Analysten sagen für alle Geschäftsbereiche schwächere Ergebnisse im Vergleich zum Vorjahr voraus, mit Ausnahme der Postbank, von der sich die Deutsche Bank trennen will und der hauseigenen Bad Bank, in der die Verluste vor Steuern deutlich von 870 Millionen Euro im zweiten Quartal 2015 auf 380 Millionen zurückgehen sollen. Für die Postbank sagen die Experten einen Quartalsgewinn von 103 Millionen Euro vor Steuern voraus, nach 88 Millionen im Vorjahr.

Den deutlichsten Einbruch prophezeien die Analysten für die traditionelle Stärke der Bank, das Handelsgeschäft. Von April bis Juni erreichten die Händler der Bank der Durchschnittsschätzung zufolge nur noch einen Vorsteuergewinn von 265 Millionen Euro. Im Vorjahr lag das Ergebnis noch bei über einer Milliarde Euro.

Aber die Quartalszahlen könnten auch einige beruhigende Nachrichten bringen, zumindest wenn die Analysten recht behalten: Die harte Kernkapitalquote der Bank lag laut Prognose Ende Juni bei 11,3 Prozent nach 10,7 Prozent im ersten Quartal und die Verschuldungsquote bei 3,5 Prozent nach 3,4 Prozent. Das könnte die Sorge der Investoren vor der dünnen Kapitaldecke der Bank zumindest ein wenig lindern.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%